Winter im hohen Norden…oder die Jagd nach dem Polarlicht

Tagebuch Norwegen Kreuzfahrt

Vom 25.03.2017 bis 09.042017

Wir starten ab Hamburg – komisches Reisefeeling. Das Urlaubsgefühl stellt sich heute Morgen nicht gleich ein. Es fühlt sich an, wie an jedem Samstag. Wir stehen früh auf. Unser 1. Termin ist um 9.00 Uhr die Generalprobe von Tjorvens Theateraufführung. Toll, dass wir dabei sein dürfen, denn sonst hätten wir gar nichts von Tjorvens Auftritt gesehen. Dann doch noch etwas Wochenendeinkauf fürs Kind. Die Koffer sind aber schon gepackt. Die größte Herausforderung vor jeder Reise. Hier ist es praktisch, ab Hamburg zu starten, denn für eine Flugreise hätten wir wohl Übergewicht. So, schnell noch etwas aufräumen und um 13.30 Uhr kommt das Taxi, um uns nach Hamburg Altona zubringen. Ja, tatsächlich reisen wir mit dem Taxi an, den das war inkludiert – dem Haspa Joker sei Dank.

Unsere Boardingtime für die AIDA ist 14.00 Uhr und wir sind pünktlich. Gleich werden die Koffer in Empfang genommen und das Einchecken ist richtig nett. Keine Schlange, schon ein erster netter Plausch, die Kabine ist bezugsbereit – alles klappt.

Den ersten Rundgang an Deck schließen wir mit einem kleinen Imbiss ab und stoßen gleich mit dem Hauswein auf unsere schöne Reise an. Wir haben in Hamburg richtiges Kaiserwetter und sitzen draußen. Um 17.00 Uhr beginnt die Seenotrettungsübung, aber die Abreise verzögert sich um zwei Stunden. Ein Versorgungs-LKW soll AIDA abhanden gekommen sein und nun muss noch Nachschub besorgt werden, was sich etwas hinzieht. Dafür dürfen wir noch mal von Bord. Wie richtige Touristen besteigen wir das Dach das Fährterminals für schöne Fotos von der schönsten Stadt der Welt. Die AIDA Prima läuft aus und so kann man im direkten Vergleich das größte und das kleinste Kreuzfahrtschiff bestaunen. Wie gut, dass wir mit der kleinen Cara unterwegs sein werden.

Um 19.30 Uhr müssen alle an Bord sein und um 20.45 Uhr heißt es endlich „Leinen los“. Zur

Stärkung steht ein Currywurst Buffet bereit. Eine Currywurst geht immer, auch wenn es gerade leckeres Abendessen gab.

Leider ist es schon dunkel, aber auch in der Dunkelheit hat die Fahrt auf der Elbe ihren Reiz. Natürlich gibt es noch den Begrüßungssekt und schon ist der erste Tag vorbei.  Glück mit der Zuteilung unserer Kabine 4233 hatten wir auch. Sie hat ein Doppelbett, einen kleinen Aufenthaltsbereich und einen schönen Ausblick. Kai hat heimlich eine Außenkabine gebucht – statt Innen.  Was will man mehr!

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Sonntag, den 26.03.2017: 1. Seetag

Die Reise beginnt ganz entspannt mit einem Seetag. Eine schlechte Nachricht ergibt sich vor dem Aufstehen: Die diversen Kaffeekapseln, die wir uns für die gemietete Kaffeemaschine mitgebracht haben, passen nicht!

Das Wetter ist nicht ganz so gut, wie angekündigt, aber wir gehen natürlich raus. Mit Wolldecke kann man es schon eine Zeit an Deck aushalten. Da gibt es auch schon gleich wieder etwas zu essen. Auf dem Pool Deck wird eine heiße Suppe mit leckeren

Garnelenspießen serviert. Später lernen wir die Grundschritte vom Cha-Cha-Cha. Die Facebook Gruppe, die Kai initiiert hat, trifft sich am Nachmittag und allerlei Informationen werden ausgetauscht. Natürlich besuche ich einen Sportkurs, gehe noch aufs Laufband und dann gehen wir zur Entspannung in die Sauna. Schon ist es wieder Abendbrotzeit. Ein bisschen Kultur gibt es noch zum Schluss: Eine Lesung über norwegische Trolle – ein schöner Ausklang für einen entspannten Tag.

Montag, den 27.03.2017: Haugesund

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf die Socken. Wir haben nichts gebucht, sondern wollen die kleine Stadt auf eigene Faust entdecken. Es ist nicht so sehr kalt, aber leider recht nebelig. Am Kai steht ein kostenloser Shuttlebus der Gemeinde, der uns in die City bringt. Infomaterial gibt es auch gleich dazu. Als erstes wandern wir ca. zwei Kilometer auf einem schönen Weg entlang der Küste zum Haraldshaugen. Hier soll angeblich Harald I begraben sein. In jedem Fall steht hier ein monumentales Denkmal, das an den König, der 872 große Teile der Küste Norwegens unter seine Herrschaft gebracht hat, erinnert.

Die Innenstadt ist überschaubar – die Haraldsgata soll aber die längste Fußgängerzone Norwegens sein und die hübsche Kaipromenade hat wohl ihren Reiz mehr im Sommer als zu dieser kalten Jahreszeit.

Um 17.00 Uhr geht es weiter. Beim Auslaufen zu saunieren ist auch was Schönes – besonders bei einer Wintertour. Am Vortag hat ein Künstler in der Sauna für seinen Auftritt heute Abend geworben, als gehen wir nach dem Abendessen ins Theater. „Vocal Recall“ heißt die Truppe und ist wirklich gut. Gleich im Anschluss noch eine Lesung: Die Legende vom Ozeanpianisten. Nach so viel Kultur ruft das Bett.

Dienstag, den 28.03.2017: 2. Seetag

Der „Tag“ beginnt um 3.30 Uhr. Völlig überraschend weckt uns schon in dieser Nacht der „Polarlichtalarm“. Noch haben wir mit dieser Erscheinung gar nicht gerechnet und sind noch gar nicht vorbereitet. Schnell aus dem Bett, irgendetwas Warmes übergezogen, Kamera geschnappt und los. Das Treppenhaus ist schon voller Menschen, die nach oben rasen. Noch eine Durchsage – Deck 11 wird empfohlen. In der kalten dunklen Nacht stehen wir nun auf dem Schiff und können das erhoffte Polarlicht bestaunen. Hecktisch wird fotografiert. Das ist nicht so leicht, hat man doch zunächst nur schwarze Nacht fotografisch festgehalten. Kai gelingt es aber doch noch in Eiseskälte seine Kamera richtig einzustellen und macht ein paar ordentliche Bilder. Eine Stunde später liegen wir wieder durchgefroren im Bett. Es hat sich aber gelohnt!

Beim Frühstück sind alle etwas müde, aber das nächtliche Erlebnis ist Gesprächsthema Nr. 1. Zum Glück erwartet uns alle ein ruhiger Seetag. Obwohl, so ruhig ist er gar nicht. Das Schiff kämpft sich durch die Dünung der Wellen und hat etwas Seegang – ist eben ein Schiff, aber so manch einer hat damit zu kämpfen – wir zum Glück nicht. Es wird Sport getrieben – ich laufe 15 km auf dem Laufband und Kai „steppt“. Schlaf holen wir in der Sauna nach. Auf dem Deck wird die Sonne genossen. Ein Rumba – Tanzkurs steht auf dem Programm und schon ist es wieder Abend. Das Büfett ist heute griechisch und wie immer lecker, aber unser abendliches Kulturprogramm ist schlecht. Ein wenig komischer Bauchredner – der gefällt uns nicht. Trotzdem wird der es heute spät, denn gegen Mitternacht wird der Polarkreis, der 66. Breitengrad, überquert. Das wird mit einer zünftigen Poolparty gefeiert. Die Zeit bis dahin wird in der Anytime Bar überbrückt. Schnell warm anziehen und raus! Was ist passiert? Es hat das 1. Mal passend zur Polarkreisüberquerung geschneit! Ein Schneewalzer wird aufgelegt. Wann kann man schon im Schnee einen Schneewalzer tanzen? Kurz vor halb eins ist es so weit und es wird symbolisch der Polarkreis übersprungen. Es ist nicht unsere erste Überquerung, aber die 1. auf einem Schiff. So, wird es doch etwas kalt und das Bett ruft. Morgen wird früh aufgestanden, um die schöne Einfahrt nach Bodo nicht zu verpassen.

Mittwoch, den 29.03.2017: Bodo

Die Einfahrt ist wirklich schön durch die beschneite Inselwelt. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Das Wetter ist wechselhaft. In die eine Richtung strahlt der Himmel und aus der Anderen zieht eine Schneefront auf. Schon stehen wir im Schnee- und Hagelschauer auf Deck. So wird es den ganzen Tag bleiben im Wechsel mit herrlichem Sonnenschein.

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Um 10.00 Uhr wird angelegt und der Ausflug mit dem öffentlichen Bus zum Saltstraumen wird in Angriff genommen. Viele Mitreisende haben sich scheinbar schlau gemacht, wie man den weltweit stärksten Gezeitenstrom auch auf eigene Faust erkunden kann. Es steht nämlich plötzlich eine ganze Menschentraube am Bus. Mit 100,00 Kronen für eine Strecke sind wir dabei und es geht 30 km östlich zu der 150 m breiten und

31 m tiefen Meeresenge. Die Meeresenge wird von einer Brücke überspannt, von der man einen schönen Blick auf die reißenden Strudel hat. Alle sechs Stunden fließen hier 400 Millionen m3 Wasser mit einer Geschwindigkeit von 22 Knoten durch. Es gibt auch noch einen kleinen Spazierweg am Ufer entlang.

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Es bleibt eine Stunde, bis der Bus zurückfährt – die reicht aber auch, denn mehr gibt es zu dieser Jahreszeit auch nicht zu erobern. Zum Verhängnis wird uns das Umsteigen auf dem Rückweg. Ist uns doch der Anschlussbus vor der Nase weggefahren. Die einstündige Wartezeit vergeht in Gesellschaft aber schnell. Zum Glück haben wir Zeit und müssen nicht fürchten, dass unser Schiff ohne uns ablegt. Zurück in Bodo bleibt noch Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung. Viel ist nicht los, aber die Domkirche ist ganz hübsch. Da wir wieder alle Mahlzeiten verpasst haben, gehen wir noch einen Kaffee trinken und teilen uns ein Stück Kuchen. Ein Hörbuch kann dank „Free W-Lan“ auch noch runtergeladen werden.

Das Abendprogramm wird vom Auslaufen bestimmt sein und eine Polartaufe steht auf dem Programm. Mal sehen, was sich so ergibt. Wie sich herausstellt, ist die Polartaufe richtig anstrengend. An mehreren Stationen müssen Aufgaben erfüllt werden. Das ist uns zu viel. In der Nacht gibt es noch mal Polarlichtalarm. Kai hat keine Lust, sich aus seinem warmen Bett auf das kalte Deck zu begeben. Schade, für einen Moment ist es wirklich toll zu sehen, aber mir ist es nicht gelungen den Moment zu fotografieren. So bleibt nur die Erinnerung.

Donnerstag, den 30.03.2017: Tromso

Vor Tromso beginnt eine schöne Insellandschaft und zwei Brücken werden durchfahren. Laut „Programm“ soll eine der Brückendurchfahrten schon um 8.00 Uhr sein, also frühes Aufstehen!

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Die Schärenlandschaft ist  schön anzuschauen und das Aufstehen hat sich gelohnt, aber die erste Brücke habe wir verpasst, da der Kapitän Gas gibt – er will statt um 16.00 Uhr schon um 13.00 Uhr im Hafen sein wegen irgendwelcher Reparaturen. Die zweite Brücke kommt dann ganz entspannt nach dem Frühstück. Schön, dass wir schon so zeitig ankommen. Nun ist vor unserem gebuchten Nachtausflug mit (hoffentlich) Polarlicht noch Zeit genug, die Eismeerkathedrale zu besichtigen. Das Schiff liegt mitten in der kleinen Stadt – obwohl: so klein ist Tromso, die Eismeerstadt, gar nicht mit 72.000 Einwohnern und 2.558 qkm Fläche. Hier ist alles das „nördlichste“. Die nördlichste Universität, die nördlichste Brauerei, der nördlichste Dom, der nördlichste Bischofssitz.

Das Wetter ist wieder sehr wechselhaft. Es liegt viel Schnee und es schneit auch noch ordentlich. Die Eismeerkirche liegt auf der anderen Seite des Sunds und wir laufen bei Schneetreiben über die Tromso-Brücke. Es lohnt sich aber, die Kirche ist sehr interessant und schön. Sie hat mit einem 23 Meter hohen Glasmosaikfenster das größte in Europa.

Um 19.00 Uhr startete unsere Polarlichtjagd. Wie gut, dass es ab 18.00 Uhr schon Abendessen gibt, so stehen wir natürlich pünktlich und gestärkt am Kai und warten auf Karina. Die Arme musste wegen des vielen Neuschnees ihren Bus ausgraben. Leider fällt morgen wegen des Schneefalls die Schneemobiltour aus – Lawinengefahr.

Jetzt startet aber erst mal dieser Ausflug. Erst geht es noch mal zum Office wo sich manche noch mit warmer Kleidung und passenden Schuhen ausrüsten können – wir sind aber warm eingepackt. Noch ist es nicht dunkel genug und wir bekommen noch eine kleine Rundfahrt durch die wunderschöne Landschaft mit einigen Erklärungen. Wir sehen Elche und endlich auch ein Nordlicht.

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Alle steigen aus dem Bus, gucken in den Himmel – und sehen nichts. Nur Karina sieht das Nordlicht. Tatsächlich sieht man auch auf den Fotos das typische grüne Licht, also muss da wohl Nordlicht sein, doch für das bloße Auge ist es zunächst enttäuschend. Mit der Zeit gewöhnen sich die Augen und wir können schon mehr erkennen. Ein nächster Ort wird aufgesucht. Hier entwickelt sich das Nordlicht ganz gut.

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Es kommt und geht und viele Fotos werden gemacht. Hier gibt es auch eine kleine Stärkung und warmen Tee. Die Nacht ist kalt, aber man kann es aushalten. Der Kleinbus fährt sich auch noch fest, so dass die Männer noch erste Hilfe leisten müssen beim Rausschieben.  Es gibt einen dritten Halt, Karina gibt sich wirklich Mühe. Um 1.30 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff. Kai ist nicht ganz so zufrieden. Er hatte sich mehr „Feuer“ am Himmel vorgestellt und Karina hat ihm auch zu viel geredet – er mag lieber ruhige Guides, die nicht so viele Geschichten erzählen. Ich bin ganz zufrieden und Kais Bilder sind auch wirklich schön geworden.

Freitag, den 31.03.2017: Tromsö

Ausschlafen wird auf dieser Reise überbewertet. Da nur bis 10.00 Uhr gefrühstückt werden kann, heißt es eigentlich immer spätestens um 9.00 Uhr aufstehen, egal wie kurz die Nacht war. Naja, man will ja auch was sehen.

Das Wetter ist heute phantastisch. Wir ärgern uns nicht, dass die Schneemobiltour ausfallen ist, sondern nutzen die Zeit vor Ort. Es gibt hier wirklich noch viel zu sehen, was auf eigene Faust entdeckt werden kann. Es gibt gleich einen Berg mit 420 m, den Fjellheisen, auf den eine Seilbahn führt.

Da geht es rauf. Mit schönstem Sonnenschein ist der Ausblick herrlich und wir spazieren noch eine wenig durch den hohen Schnee. Wieder unten angekommen, besichtigen wir noch das Polarmuseum.

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So spannend ist es nicht. Die Hauptattraktion sind Seehunde – die hat man schon oft und überall gesehen. Wir besuchen die nördlichste katholische Kirche, der nördlichste lutherische Dom wird gerade renoviert. Und was auch auf dem Besichtigungsprogramm nicht fehlen darf, ist ein Bier in der nördlichsten Brauerei „Mack“ mit der längsten Theke zu trinken. Das Bier ist empfehlenswert!

Durchgefroren geht es zurück aufs Schiff. Um 20.00 Uhr wird abgelegt. Das Abendessen gibt es daher in zwei Etappen in zwei Restaurants. Skandinavisch und Französisch und wieder sehr lecker mit netten Tischnachbarn. Zum Ausklang des schönen Tages besuchen wir noch die Lesung, die mit einer Cocktail-Happy-Hour endet – als Schlummertrunk.

Samstag, den 01.04.2017: Alta

Endlich geht es ins Eis Hotel! Unser sündhaft teurer Ausflug wartet auf uns. Mit dieser Übernachtung erfüllen wir uns aber auch einen Traum. Mal sehen, ob es auch traumhaft wird. Traumhaft ist das Wetter! Bis zum Nachmittag ist noch Zeit Alta zu besichtigen. Die Nordlichtkathedrale ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten.

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Die erst 2013 fertiggestellte Kirche ist aber sehr beeindruckend.

Auf dem Marktplatz stehen Eisskulpturen – auch ein schönes Fotomotiv an diesem sonnigen Tag. Es gibt noch ein kleines Einkaufszentrum, aber auch hier im Norden sind sie alle gleich. Einige Mitreisende, die vom Tagesausflug mit Besichtigung des Eishotels zurückkehren, berichten ganz begeistert. Wir sind gespannt. Was nimmt man alles mit für diese Übernachtung? Skihose wird angezogen, Skiunterwäsche darf nicht fehlen, Handschuhe, Mütze, Schal … alles was warm ist. Gute Schlafsäcke und ein Kissen sind inkludiert. Um 17.00 Uhr geht es los. Am Ziel nach einer kurzen Busfahrt erwartet uns eine tolle Schneelandschaft.

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Das Eis Hotel wirkt erst etwas unscheinbar. Sehenswert sind aber schon mal die Nebengebäude. Alles liegt direkt an einem See, auf dem man einen kleinen Spaziergang machen kann. Schneeschuhe und Schlitten stehen bereit. Hier stehen auch etliche Schneemobile und Kai wird einen Moment wehmütig, dass er mit keinem fahren kann. So, nun aber rein ins Eis Hotel. Hinter dem kleinen Eingang, der an einen Igloo erinnert, schließt eine riesige Schneehalle an mit vielen bläulich beleuchteten Eisskulpturen. Es gibt sogar eine Kapelle, in der auch geheiratet wird.

Das Hotel hat 30 Räume zum Übernachten. In jedem Raum, der mit einem Vorhang geschlossen werden kann, steht ein Bett aus Eis, bedeckt mit Rentierfellen. Es gibt eine kleine Ablage aus Eis mit einem Bild aus Eis und einer kleinen Beleuchtung dahinter. Man hätte auch eine Suite buchen können. In den Suiten wurden die Betten zusätzlich mit aufwändigen Bettgestellen aus Eis verziert, einige haben „Sterne“ am Eishimmel, Wandverzierungen und einen Vorraum. Natürlich gibt es auch eine Eisbar.

Es bleibt noch etwas Zeit vor dem Abendessen für einen Schneespaziergang. Die Gegend ist wirklich herrlich. Hier muss es auch im Sommer sehr schön sein. Dann aber ohne Eis Hotel, denn das wird bis Mitte Mai weggeschmolzen sein.

Das Abendessen ist auch ein Gedicht. Wir haben uns für Elch entschieden. Es gibt selbstgebackenes Brot, den Gruß aus der Küche gibt es gleich in drei verschiedenen Varianten. Das Elchgoulasch ist köstlich und es gibt auch noch einen leckeren Nachtisch. Das Bier ist natürlich von „Mack“. Im Anschluss an einem Drink an der Eisbar, stehen Nordlichter auf dem Programm. Alta ist schließlich auch bekannt als die Stadt der Nordlichter und wir sind nur noch 230 km vom Nordkap entfernt. Der sehr nette Eishotelbesitzer steht mit uns auf dem See uns wartet. Er macht uns keine große Hoffnung – die Sonnenaktivität ist nicht sehr hoch, da hilft auch der sternenklare Himmel nicht. Etwas Nordlicht können wir aber erhaschen. Langsam wird es ernst. Die eiskalte Übernachtung wartet auf uns. Toilette, Dusche und Umkleideraum sind noch im Gebäude. Wir machen uns fertig für die Nacht und schnappen uns zwei! Schlafsäcke pro Person, die  bis jetzt im Warmen liegen und ein Kissen. So, nun alles ineinander stopfen, gemütlich auf dem Eisblock verteilen und die Nachtruhe kann  beginnen. Es ist sofort sehr wohlig warm und gemütlich. Nur die Nase ist etwas kalt. Eine Mütze tragen wir auch. Schnell etwas tiefer in den Sack gerutscht und schon schlafen wir.

Leider ist die Nacht um 7.00 Uhr zu Ende.

Gerne hätten wir noch länger so gemütlich geschlafen. Der Tag beginnt mit einem Saunagang und dann erwartet uns ein wirklich leckeres skandinavisches Frühstück! Es gibt Elch, Rentier, Lachs, Lamm und Heringshappen.

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Natürlich alle Eierspeisen. Köstlichen Käse. Waffeln zum Backen und, und, und. Ein der halben Stunde, die wir nur zum Frühstücken haben, kann man das Angebot gar nicht würdigen. Leider werden wir schon um 8.30 Uhr abgeholt, denn um 9.30 Uhr müssen alle an Bord sein und um 10.00 Uhr legt das Schiff ab.

Sonntag, den 02.04.2017: Alta und See

Auf dem Schiff zurück bleiben wir gleich in unseren warmen Klamotten und sind beim Ablegen bei schönster Sonne an Deck. Die Ausfahrt ist phantastisch und so bleibt es fast den ganzen Tag. Von einem Platz in der Sonne beobachten wir die schöne Landschaft mit den beschneiten Bergen, die an uns vorbeizieht.

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Mit Wolldecke ist es stundenlang draußen auszuhalten. So haben wir es uns vorgestellt. Ein richtiger Traumtag. Schöne Landschaft und ein gutes Buch zum Lesen. Zwischendurch gibt es eine warme Suppe zur Stärkung. Auch der Sport kommt nicht zu kurz. Ein bisschen Laufen und eine Indoor Cycling Tour durch Norwegens Berglandschaft.

Der Abend klingt auf dem Pool Deck aus mit einer Party an der Eisbar, die mit Unterstützung von Freiwilligen hier im Laufe des Tages gebaut wurde. Es ist zwar kalt und windig, aber nett und die landestypischen Cocktails schmecken auch J.

Montag, den 03.04.2017: Sortland

Die blaue Stadt, wie Sortland auch genannt wird, liegt inmitten von Inseln und Schären. Das könnte ganz vielversprechend sein.

Leider bewahrheitet sich die Wettervorhersage des Kapitäns und es regnet. Es regnet schon beim Aufstehen und das Wetter App kündigt an: Es wird im Laufe des Tages noch schlimmer. Also, gleich von Bord. Ein netter Empfang der Tourist-Information gleich am Fährterminal lässt uns auf einen Schiffsausflug mit Aussicht auf Seeadlern aufmerksam werden. Da schlagen wir zu. Sind ja auch schon lange nicht mehr Schiff gefahren. Es geht mit einem kleinen Museumsschiff raus in die Inselwelt. Das Schiff war schon Fischerboot und Walfischfänger und ist 100 Jahre alt. Jeder bekommen einen warmen Anzug gestellt, den ich wegen des Regens auch annehme. Die Fahrt ist ganz schön, aber Adler sehen wir keine. Vielleicht auch deshalb nicht, weil kein Fisch gefangen wird, um die Alder anzulocken. Das war nämlich der Plan: Erst werden Fische gefangen und dann sollen damit die Adler angelockt werden. Bei dem Wetter haben aber weder die Fische noch die Adler Lust. Zurück an Land gibt es mal wieder ein Einkaufszentrum zum Aufwärmen. Der Regen ist wirklich widerlich und die Wege mit riesigen Pfützen und geschmolzenem Schnee auch nicht einladend. Da ruft unser Schiff und gegen Nachmittag sind wir zurück an Bord, obwohl die Reise erst um 20.00 Uhr weitergeht. Heute steht wohl kaum jemand beim Ablegen an Deck.

Mit der Weiterreise kommt auch gleich Seegang dazu. Der Kapitän kündigt Windstärke 9-10 an und hohe Wellen. Zum Trost sagt er, dass er etwas schneller fahren wird, damit wir nur eine Nacht auf See sein werden und schon zur nächsten Nacht in Trondheim festgemacht haben werden.

Die Nacht ist wirklich schauklig, aber in unserem Bett auch ganz gemütlich. Wir lassen uns in den Schlaf wiegen.

Dienstag, den 04.04.2017: 3. Seetag

So leer war es beim Frühstück ja noch nie! Der Eine oder andere zieht es wohl vor, in der Kabine zu bleiben. Wir sind früh dran, denn um 10.00 Uhr sollen die schönsten Urlaubsfotos gezeigt werden. Kai hat auch eins eingereicht. Schon das Gehen ist beschwerlich bei dem Seegang. Leider hat der Seegang auch Auswirkungen auf die Präsentation, denn die Leinwand geht nicht runter, also entfällt dieser Programmpunkt. Auch das Indoorcyceln findet nicht statt. Was ist naheliegender, als bei Seegang einen Tanzkurs zu besuchen? Also üben wir langsamen Walzer. Die nette Tanzlehrerin Martine leidet heute sehr unter Seekrankheit und muss uns gelegentlich alleine weitertanzen lassen.

Jetzt nutzen wir die Ruhe: Kai schläft und ich schreibe das Reisetagebuch.

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Mal sehen, was der Tag noch bringt. Raus kann man zurzeit leider gar nicht. Hier auf der AIDA ist man immer sehr vorsichtig und deshalb sind alle Ausgänge leider geschlossen.

Im Sportbereich sind die Laufbänder gesperrt, die Stepper funktionieren aber. Dringend muss noch für den Halbmarathon trainiert werden und so steppe ich 18,5 km. Was bleibt anderes übrig, denn es erscheint auch niemand zu weiteren Sportkursen. Zur Erholung geht es in die Sauna. Die Aufgüsse sind auf diesem Schiff sehr intensiv. In Zeitlupentempo wird der Aufguss auf dem Ofen verteilt, so dass der Spaß schon fast 15 Min. andauert und es wirklich heiß wird! Selbst für routinierte Saunierer eine Herausforderung! Der Saunabereich auf der „Cara“ gefällt uns sehr. Hier ist es gemütlich, man wird mit frischem Obst und Tee versorgt und der Außenbereich ist direkt am Heck mit schöner Aussicht auf das Meer.

Heute Abend essen wir „Afrikanisch“ und anschließend wird getanzt. Das Gelernte muss geübt werden. Endlich dürfen wir auch wieder raus und dem Abendspaziergang steht nichts im Wege. Es war ein ruhiger Tag und weil wir uns als seetauglich erwiesen haben, auch ein schöner Tag!

Da der Kapitän wegen des Seegangs Gas gegeben hat, kommen wir schon heute gegen 23.00 Uhr in Trondheim an.

Mittwoch, den 05.04.2017: Trondheim

Ein halber Tag steht für die Erkundung von Trondheim zur Verfügung, denn um 14.00 Uhr wird wieder in See gestochen. Das Schiff liegt nahe dem Centrum, wo alles fußläufig zu erreichen ist. Unser erstes Ziel ist der sehr eindrucksvolle Nidaros-Dom.

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Die Kirche soll direkt über dem Grab des Heiligen Olavs stehen. In diesem Nationalheiligtum finden auch die Krönungen der norwegischen Könige statt. Nachdem die Kirche über Jahrhunderte fast verfallen war, wurde sie 1930 wieder eingeweiht. Leider darf man im Inneren nicht fotografieren.

Weiter geht es zur alten Brücke, der „Gamla Bybru“, die den Fluss Nidelvs überspannt und zur Speicherstadt mit den vielen bunten Holzhäusern. Hier gibt es wieder viele Fotomotive, zumal die Sonne sich  sehen lässt. Trondheim ist eine schöne Stadt mit einer tollen Lage. Sie liegt direkt am Meer und wird vom Fluss Nidelvs durchzogen. Die Festung wird nicht erklommen, die Zeit ist etwas knapp. Im großen Bogen geht es zum Schiff zurück, vorbei an einem kleinen Yachthafen. Natürlich sind wir pünktlich an Bord und werden wieder mit einem Heißgetränk in Empfang genommen. Das Ablegen genießen wir an Deck und schon wartet der nächste Tanzkurs auf uns: Tango für Anfänger. Die Prämierung des schönsten Urlaubsfotos wird nachgeholt. Kai macht den 2. Platz und erhält sein eingereichtes Foto auf Fotopapier im größeren Format. Ich bin derweilen beim Sport. Die Waden leiden noch unter dem Stepper, aber das Laufband ruft. Unterbrochen wird das Lauftraining mit Wirbelsäulengymnastik. Anschließend: Treffpunkt Sauna für einen Saunagang.

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Es bleibt Zeit genug zum Restaurieren, um dann die zweite Essenszeit im Marktrestaurant zu erreichen. Heute gibt es asiatisch. Kai mag das Calypso nicht so gerne und da endet die Essenszeit auch schon um 20.30 Uhr.

Wer das Programm aufmerksam liest, weiß, dass es vor dem Theater jeden Tag einen Happy-Hour Cocktail gibt. Den holen wir uns gerne. Ins Theater gehen wir nicht. Später hören wir, dass die Vorstellung abgebrochen werden musste, denn der Seegang hat wieder zu genommen. Der Abend endet mit einer Lesung. Thema: Heinz Erhardt.

Donnerstag, den 06.04.2017: Bergen

Eine Wettervorhersage braucht man für Bergen nicht. Hier regnet es immer. Auch heute – und zwar in Strömen. Alles ist grau in grau. Die wirklich schöne Fjordlandschaft bleibt im Verborgenen.

Zum Glück haben wir es auch schon einmal anders erlebt. Beim Indoorcyceln zieht das Nebelpanorama an mir vorbei und Kai unternimmt nur einen kurzen Versuch, etwas fotografieren zu wollen. Hilft ja nichts. Um 12.00 Uhr ist das Schiff in Bergen angekommen und es geht raus. Überraschend kommt eine Durchsage unseres Kapitäns, dass er heute das hoffentlich nicht sinkende Schiff verlässt. Scheinbar möchte er sich keinen weiteren Regentag in Bergen antun und sucht das Weite. Tapfer laufen wir durch Bergen, freuen uns über eine offene Kirche. Bei Mc Donalds im trockenen werden doch noch wenige Urlaubskarten geschrieben. Die Jacken halten dem Regen nicht mehr stand und so sind wir am Nachmittag zurück.

Da bleibt einem eigentlich nur noch die Sauna. Entsprechend voll ist sie  auch. Gegessen wird heute früher. Kai hat uns ein Menü im Selection Restaurant gebucht. Es ist ein schönes Essen, obwohl Kai nicht ganz zufrieden ist. Einige hatten uns berichtet, dass man dort nicht satt werden würde, aber  satt sind wir geworden und lecker war es auch. Der Abend klingt  heute in der Anytime Bar aus mit den Top 20 Wunschhits der Gäste. Wir hatten auch Wünsche eingereicht, aber bei der Verlosung leider nichts gewonnen.

Freitag, den 07.04.2017: 4. Seetag

Die See ist ruhig, dafür beginnt der Tag im Nebel. Als Lieblingsbeschäftigung dieser Reise entwickeln sich die Tanzkurse. Das liegt sicher auch an der sympathischen Tanzlehrerin. Schon um 10.00 Uhr werden die  Foxtrott Kenntnisse aufgefrischt und gleich im Anschluss gibt es den Kurs für Fortgeschrittene im langsamen Walzer. Der kann aber tatsächlich recht kompliziert werden. Ob wir beim nächsten Ball noch irgendetwas vom Gelernten erinnern werden? Uns ist ziemlich heiß geworden, also: Raus an die frische Luft. Mit Wolldecke und Buch lässt es sich einen Moment aushalten. Zum Ende der Reise wird mal das Mittagsbuffet besucht für einen ganz kleinen Imbiss. Kai ist jetzt bereits in der Sauna und ich – schreibe Tagebuch.  Es wird aber auch Zeit zum Sport! Irgendwie ist man immer auf Achse! Die Tage vergehen viel zu schnell ☹.

Auch dieser Seetag endet entspannt. Sport, Sauna, leckeres Essen, Cocktail, netter Theaterbesuch mit „Vocal Recall“ und noch eine nette Lesung zum Thema „Deutsche Bahn“ mit unsrem Herrn Birnbaum in netter Gesellschaft. Schade, dass das Ende der Reise so greifbar ist.

Samstag, den 08.04.2017: Aarhus

 Der letzte Tag führt in die Kulturhauptstadt 2017, nach Aarhus. Gleich am Terminal werden wir fröhlich mit Informationen begrüßt. Besonders sehenswert ist der Dom.

Auch die kleine Stadt ist wirklich nett und eine Reise wert. Wohl um für die großen Besucheransturm im Sommer zu üben, gehen viele „Stadtkundige“ durch die Straßen und geben Tipps. Uns wird ein Besuch des Museums empfohlen. Ein wirklich guter Tipp. Am besten gefällt uns die Aussichtsgalerie, die sich in Regenbogenfarben rund um das Gebäude erstreckt. Von unter schön anzusehen und von oben eine tolle Aussicht auf Stadt, Hafen und Meer in immer anderen Farben. Sehr einladend für unzählige Fotos!

Durch die Altstadt schlendern wir zurück zum Hafen. Ein Hot Dog darf natürlich auch nicht fehlen.Auf dem Schiff zurück, wird mit dem Packen begonnen. Es hilft ja nichts, leider. Zum Ablegen gibt es ein Frühlingsfest. Apropos Frühling. Das Wetter ist heute nicht so frühlingshaft wie erwartet, auf dem Schiff werden aber die Spuren des Winters beseitigt. Man merkt, dass keine Fahrt in den hohen Norden mehr geplant ist. Auf der AIDA zieht in jedem Fall der Frühling ein.

An einem letzen Abend auf der AIDA steht das Programm: Sehr leckeres Abendessen mit Abschiedstorte, Abschied mit Sekt. Es folgt ein kleines Bühnenprogramm mit allerlei Daten dazu, wie viel gegessen und getrunken wurde.

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Auch werden die fleißigen Bord-Bienen zum Abschied auf die Bühne gerufen. Das Ganze ist eigentlich recht traurig. Eine große Party an Deck bietet sich bei dem Wetter nicht an und der Abend klingt in den verschiedenen Bars aus.

Mit lieben Mitreisenden sitzen wir noch etwas zusammen. Wie gut, dass wir schon gepackt haben. So müssen wir nur noch die Koffer vor die Kabine stellen und schlafen eine letzte Nacht in unserer schönen Kabine.

Sonntag, den 09.04.2017: Heimreise

 Bis um 9.00 Uhr muss die Kabine geräumt sein und um 10.00 Uhr müssen alle von Bord. Das schaffen wir natürlich alles rechtzeitig und ziehen mit unseren Koffern zum Bahnhof. Kiel – Hamburg ist schnell geschafft. Mit dem Taxi ! Vom Hauptbahnhof nach Hause – was für ein Luxus. In Kiel latschen wir vom Schiff zum Bahnhof zu Fuß und hier haben wir unseren Taxigutschein.

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Um 12.00 Uhr endet unsere schöne Reise und der normale Wahnsinn fängt wieder an.

Eine Fazit (ursprünglich ein Text den wir für die Facebook-Gruppe AIDA Selection verfaßt haben):

Winter im hohen Norden 2 – Unser persönliches Resümee

Da schon einige im Vorfeld gefragt haben und auch jetzt viele wissen möchten wie diese Reise war, unser ganz persönliches Fazit:
Es war eine grandiose Reise!
Das lag nicht nur an den tollen Destinationen und der Super- Crew, die sich wirklich enorm viel Mühe gegeben hat, sondern auch wesentlich an den veränderten Rahmenbedingungen, die diese Reise erheblich geprägt haben.

Die Auswahl der deutlich kleineren Schiffe bringt mit sich, dass die Menge der Passagiere schon mal vorab deutlich kleiner ist. Darüber hinaus steht bei den kleinen Schiffen, das Thema „Schifffahren“ deutlich mehr in Vordergrund (das sollte eigentlich nicht überraschen, ist aber dennoch für manchen Mitreisenden immer wieder eine echte Neuigkeit). Das bedeutete aber auch für unsere Reise in Gefilde, die nicht nur etwas für „Sonnenhungrige“ sind, dass es schon mal 1,2 oder 3 Sturmtage geben kann. Das hat zugegebener Maße auch für nochmalige Entspannung an der „Platz-Front“ beim Essen gesorgt.

Die Tatsache, dass auf dieser (und auch bestimmt auf den vorhergehenden Reisen in den hohen Norden) viele Menschen unterwegs waren, die besonders gespannt auf die Natur – und Landschaftsschönheiten waren, hat vieles noch mal einfacher gemacht. Selten habe wir so viele nette, entspannte und offene Mitfahrer erlebt wie auf dieser Reise. Kaum eine Mahlzeit oder eine Veranstaltung, bei der diese entspannte Haltung nicht rüber kam. Das machte auch der Crew das Leben in vielen Fällen des Lebens deutlich leichter.

Zu dieser entspannten Stimmung trug aber auch das exzellente Essen in den Buffet-Restaurants bei. Auf keiner unserer bisherigen AIDA-Reisen haben wir so gut gegessen wie auf dieser. Ein ganz besonderes Lob für die Kreativität und den Mut, was die lokale Küche angeht.
Das Programm an Bord war immer gut. Für uns als nicht so überzeugter Fan der vorgefertigten „Musical-Produktionen“ war es ein besonderes Erlebnis, dass AIDA auch hier mal den Mut hatte, neue Wege zu gehen. Die abendlichen Lesungen mit Martin Birnbaum, waren ein Highlight der besonderen Güte.
Davon durchaus mehr, bitte!
Auch der Auftritt der Gastkünstler-Gruppe „ Vocal-Recall“ war ein tolles Erlebnis. In diese Richtung sollte AIDA mehr ausprobieren. Warum z.B. nicht mal eine Improvisations-Theater-Gruppe?
Das der vermeintlich komische Bauchredner da deutlich abfiel, ist nicht weiter schlimm, wenn AIDA daraus lernt.
Die Lektoren und Edutainer hatten ein vielfältiges und sehr unterschiedliches Programm angeboten. Vielleicht liegt hier drin auch ein wenig das Erfolgsrezept dieser Reisen.
Ja, es gibt auch noch mehr kulturelle Angebote, als die, die von den AIDA-Stars dargebracht werden. Also mehr Vielfalt, bitte!

Besonders toll auf dieser Reise, das wirklich gute Angebot an Tanzkursen. Gibt es ansonsten auch immer, aber diesmal besonders entspannt und von einer tollen „Tanzmaus“ (eigenes Zitat von Martine).

Häufig waren es die Kleinigkeiten, die diesmal ein besonderes Flair ausmachten. Das nette Plaudern mit Jörg schon beim Einchecken, oder das kleine Heißgetränk mit „Schuss“ , wenn man durchgefroren vom Ausflug zurückkam.

Wem würden wir diese Reise empfehlen?

Allen, die gerne mit offenen Augen und Ohren die Welt entdecken und die auch mal ein wenig auf Komfort verzichten können.

Allen, die nicht von AIDA erwarten, dass das Wetter nur gut ist.

Allen,die wirkliche eine Schifffahrt machen wollen.

Allen, die offen sind für neue Wege, die auch AIDA mal ausprobiert.

Allen, die die wunderschöne Landschaft Nordeuropas in vollen Zügen genießen können.

AIDA möchten wir ausdrücklich ermuntern Neues auszuprobieren. Nicht immer wird alles klappen und man wird feststellen müssen, dass der Weg doch nicht richtig war, aber das ist allemal besser, als AIDA-Dauerfahrer und – Nörgler, die auch auf ihrer 22.Reise erwarten, dass alles so abläuft, wie auf den 21 Reisen vorher.

Was würden wir uns wünschen:

Vielleicht ein wenig an dem neuen Konzept des Selection-Restaurants arbeiten. Wenn wir für Essen, was in den geschmacklichen und handwerklichen Komponenten schlechter ist als das Bufett-Restaurant ist, doch ein paar € mehr ausgeben sollen, dann mache wir das nur einmal. Man merkt hier leider, dass über viele Jahre ein Konzept der optischen Küche gefahren wurde. Kochen ist aber deutlich mehr.

Mehr Fotos von dieser Tour gibt es hier.

Unser Reisevideo findet Ihr hier

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