Schweden-Rundreise 2020

Wie plant man in diesem Jahr den Urlaub? Das Beste ist, nur den Zeitraum festlegen und dann zeitnah die „Corona News“ checken. Mit Schweden hatten wir schon geliebäugelt, doch war Schweden bis Mitte Juli Risikogebiet.  Das hat sich im August geändert. Nun steht es um Süd- und Südosteuropa schlecht. Mit dem Fliegen ist es auch so eine Sache – also doch Schweden. Die Wettervorhersage ist noch ganz gut und über drei Wochen hat man nirgends eine Garantie auf gutes Wetter. So empfindlich sind wir ja auch nicht. Also: Fähre kurzfristig gebucht, alles was man für das Zelten braucht ins Auto gepackt und los geht’s.

Samstag, den 22.08.2020: Travemünde – Malmö

Mit der Finnlines geht es von Travemünde nach Malmö.

Das war die günstigste Verbindung, die man finden konnten. Um 11.00 Uhr legt die Fähre ab. Wir starten sehr rechtzeitig in Hamburg, denn die Autobahn Richtung Lübeck ist immer für eine Überraschung gut. Erst sieht es regnerisch aus, aber über der Ostsee reißt der Himmel auf und die Überfahrt wird traumhaft, sonnige und warm!

Kurz vor Malmö kommt Leben auf, denn die tolle Öresund-Brücke naht, unter der wir durchfahren werden.

Die Fotoapparate werden gezückt. Das Licht ist herrlich, die Sonne beginnt unter zu gehen – recht früh, wie wir feststellen. Um 20.00 Uhr sind wir im Hafen. Man weiß nicht warum, aber die schwedischen Zöllner halten jedes Fahrzeug an, kontrollieren die Ausweise, fragen nach Drogen, Waffen …. nichts davon haben wir dabei – nur 5 l Wein, für die sich niemand interessiert. Nun kommen wir im dunklen beim vorgebuchten Campingplatz „First Camping“ an. Wegen der Vorbuchung finden wir in einem Schließfach den Code für die Schranke und die Platznummer vor. Seit 19.00 Uhr hat der Platz nämlich schon geschlossen. Der zugewiesene Platz ist nicht toll, aber für zwei Nächte okay. Grundsätzlich ist der Campingplatz schön. Direkt an der Ostsee und einem Naherholungsgebiet mit Bademöglichkeiten und Blick auf Malmö

 Ein erstes Glas Rotwein und ab in den Schlafsack!

Sonntag, den 23.08.2020: Malmö

Es geht es in die Stadt. Das Wetter ist heiter bis wolkig. Warm, aber windig – alles könnte dabei sein. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Erst entlang der Küste und dann durch die Stadt zum Centrum.

Wir bummeln ein wenig. Es ist richtig warm geworden. Auf dem Rückweg geht es zu LIDL, um für das Abendbrot einzukaufen. Auf dem Heimweg, der sich doch zieht, gibt es noch einen richtigen Regenguss. Bei dem Wind sind wir bald wieder trocken. So richtig lädt das Wetter jetzt nicht mehr zum Baden ein – nur zum Sonnenbaden vor dem Zelt. Wir erholen uns mit einem guten Buch und stärken uns mit Kaffee und Kuchen bis zum Abendbrot.

Zelten und frische Luft machen müde. Zum Glück wird es ja früh dunkel und nach dem Glas Rotwein fallen wir ins Zelt.

Montag, den 24.08.2020: Malmö – Mölle

Ohne Bad in der Ostsee fahre ich nicht weg. Also auf zum Frühschwimmen. Das Wasser istangenehm, wenn man erstmal drinnen ist. Anschließend unter die Dusche, Frühstücken, Abbauen und weg. In Mölle gibt es auch einen „First Camping“ – da waren wir schon mal. Der Weg ist nicht weit und das Wetter ist heute sehr schön und morgen soll es auch schön sein. Wer will da lange im Auto sitzen? Die Sonnentage müssen genutzt werden.

Mittags sind wir schon am Ziel. Der sonnige Tag wird am Pool verbracht. Herrlich!

Heute gibt es eine Hackpfanne mit Nudeln. Der kurze Abendspaziergang wird mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Ob wir ihn morgen vielleicht vom Leuchtturm genießen? Mal sehen.

Dienstag, den 25.08.2020: Mölle

Die Sonne scheint! Wir kennen diese wundervolle Halbinsel bei Helsingborg schon und deshalb auch einen schönen Badeplatz.

Diese Gegend ist wirklich zu empfehlen. Man kommt verhältnismäßig schnell hierher und es kann viel unternommen werden. Es gibt Wanderwege und Radwege und ein gutes Bussystem.

Unsere Badestelle liegt am Beginn des Wanderweges zum Leuchtturm. Kein Strand, aber schöne Felsenbuchten, in die man sich geschützt legen kann. Die Felsen sind warm und die kleine Mauer schützt vor dem Wind. Die Ostsee ist recht lebhaft. Die Wellen umspülen die Badetreppe. Auch hier ist das Wasser angenehm und das Baden macht Spaß. Hin und wieder kommen einige Badegäste vorbei. Manche gleich im Bademantel aus der Umgebung. Die Schweden bleiben nie lange im Wasser. Einmal untergetaucht und wieder raus. Wir haben uns heute wohl den wärmsten Ort ausgesucht, um uns zu erholen.

Tatsächlich wollen wir am Leuchtturm den Sonnenuntergang genießen.

Das Abendbrot, Princekorv mit Kartoffelsalat, wird eingepackt. Kocher, Geschirr – alles dabei. Wir sind bereit, doch der schöne Sonnenuntergang bleibt aus. Es hat sich zunehmend bewölkt und das Schauspiel spielt sich hinter den Wolken ab. Aus Verzweiflung machen wir ein paar Fotos und ziehen – immerhin mit vollem Magen – wieder ab.

Für morgen ist Regen angesagt. Wir bereiten uns schon mal auf das Abbauen im Regen vor. In der Nacht gießt es richtig! Das macht unsrem Zelt – zum Glück – nichts aus.

Mittwoch, den 26.08.2020: Mölle – Grebbestad

Der Tag beginnt etwas durcheinander. Früh sind wir wach, es ist trocken. Erstmal einen Kaffee. Vielleicht doch schon abbauen? Erstmal frühstücken? Das Frühstück wird zum Abbauen unterbrochen, denn der nächste Regenschauer naht und das Zelt ist schon fast trocken. Da wir nur zu zweit unterwegs sind, kommen die Matten und die Schlafsäcke komplett ins Auto, das spart viel Zeit und das Zelt ist ruck zuck abgebaut. Im trockenen wird losgefahren, doch bald regnet es. Hauptsache später ist es wieder trocken. Unser Ziel: Grebbestad. Auch hier waren wir schon mal – vor ca. 35 Jahren auf dem Weg nach Norwegen. Seitdem wollten wir uns diese schöne, felsige Ostseeküste mit ihren Fjorden und Sunden immer mal gründlicher bereisen. Jetzt sind wir hier. und es gibt tatsächlich einen „First Camping“, wenn auch sehr groß mit viel zu vielen Dauercampern.

Die Lage ist aber wieder sehr schön – direkt am Wasser mit Badebucht. Die wird morgen früh gleich ausprobiert und es sei schon mal verraten: Das Wasser ist herrlich.

Grebbestad ist überschaubar, aber sehr schön und für schwedische Verhältnisse sehr touristisch, wie dieser ganze Landstrich. Hier soll es viele Austern geben und am 1. Wochenende im September sogar ein entsprechendes Festival.

Donnerstag, den 27.08.2020: Grebbestad

Fjällbacka ist ganz in der Nähe und den Fans des schwedischen Krimis ein Begriff. Am Sund gibt es einen Ort namens Hamburgö.

Dieser Ort befindet sich rechts und links vom Sund, verbunden mit einer kleinen Autofähre. Entlang vom Sund stehen tolle Häuser mit großen Terrassen und Badestegen.

Die Ausblicke sind wunderschön. Nächster Halt: Fjällbacka.

Auch dieser Ort ist traumhaft und lädt zu einer kleinen Wanderung auf dem Vetteberget ein. Ein Tipp einer einheimischen Dame: Vom Ort aus in Richtung Küste gehen, weil das schöner ist. Und so machen wir das.

Der Weg führt zuerst durch Wald und dann auf die Felsen. Vor uns die Sicht auf die Ostsee und die vielen kleinen Inseln und auf den Ort.

Dieser Weg hat sich wirklich gelohnt! Wie schön wäre es, diese Insellandschaft mit einem Kajak zu erkunden, doch alles hat schon geschlossen. Wirklich? Beim Kajakverleih soll man anrufen können. Das wird morgen mal ausprobiert.

Der Tag endet mit einem schönen Sonnenuntergang. Hier ist der Tag 10 Minuten länger als im Süden. Es wird sehr feucht und auch kühl. Schon bald ruft der Schlafsack.

Freitag, den 28.08.2020: Grebbestad

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und es gibt ein Kajak für uns. Auf nach Fjällbacka. Ob es wohl auch einen Kanadier gibt? Damit kennen wir uns aus, mit einem Kajak eher nicht. Doch das Experiment muss gewagt werden. Die erste Herausforderung: Einsteigen ohne zu kentern. Geschafft. Auf geht es. Mit dem Richtung halten klappt es nicht. Hat das Ding doch ein Ruder, aber wie funktioniert das? Eine kleine Einweisung wäre nicht schlecht gewesen. Ein Stopp wird eingelegt, um die Geheimnisse zu ergründen und dann klappt es schon besser.

Auch der Spritzschutz scheint seine Berechtigung zu haben bei dieser Fortbewegung. Teilweise ist es recht windig und auch hier gibt es wellenschlagende Motorboote, doch damit kommt das Kajak ganz gut klar. Unsere Begeisterung wächst.

Natürlich gibt es einen Badestopp und einen zum Sonnen, bei dem ich beim Aussteigen ins Wasser falle. Unser Blick geht in den blauen Himmel, die Wolken werden beobachtet und die Sonne scheint uns ins Gesicht.

Achtung: Falsche Richtung. Von hinten schleicht sich ein Gewitter an. Vor dem Regen sind wir zurück beim Verleih. Vielleicht regnet es auch nicht – wer weiß, aber ein Gewitter auf dem Wasser brauchen wir auch nicht. Am Platz regnet es gelegentlich und manchmal bricht die Sonne durch die dunklen Wolken. Gekocht wird heute in der Küche. Zu den Nudeln mit Rührei haben wir wirklich frische Krabben gekauft.

Lecker! Der Abend wird widererwarten mild. Ein Rotweinabend. Morgen geht es weiter in nördliche Richtung.

Samstag, den 29.08.2020: Grebbestad – Arvika

Das grobe Tagesziel heißt Arvika – hier waren wir schon mal im Winter. Das Navi schickt uns über Norwegen dorthin. Eigentlich kein Problem, doch seit heute müssen Deutsche in Norwegen in Quarantäne – Corona lässt grüßen. Grenzüberschreitungen sind schwierig in diesen Zeiten. Wir erkennen erst spät, dass wir uns der norwegischen Grenze nähern und dann ist es auch schon zu spät. Die Grenzerin lässt es gelten, dass wir auf dem Weg zurück nach Schweden sind. Wir dürfen passieren. Die Schweden hingegen kontrollieren gar nicht und schon sind wir zurück. Es soll mal im Auto übernachtet werden – wurde doch extra so gepackt In Arvika wäre ein Wohnmobilstellplatz gewesen, aber der war doch zu hässlich. So wie Arvika selbst. Hier kann man eigentlich nur einkaufen, was wir hier erledigen. Weiter geht es mit der Suche nach einem geeigneten Platz. Kurz vor Torsby finden wir einen Rastplatz.

Nicht toll, da er kaum Bewegungsmöglichkeit bietet, aber mit Toilette und Picknicktischen. Hier bleiben wir. Die Nacht verläuft gut, auch wenn wir im Zelt besser geschlafen haben. War trotzdem schön.

Sonntag, den 30.08.2020: Arvika – Nornäs

Durch schöne Seen- und Flusslandschaften und Wintersportregionen fahren wir in Richtung Nornäs/Sälen. Auch dort waren wir schon mal im Winter und wollen uns die Gegend im Sommer ansehen. Durch die meisten Orte, die auf den Hinweisschildern angezeigt werden, sind wir schon mal durchgefahren oder erinnern uns an einen Campingaufenthalt. Je nördlicher und höher wir kommen, je kälter wird es leider auch. Der kleine Platz am See mit Benutzung des „Folket Huset“ ist das Ziel.

Ein traumhaftes Fleckchen, gerade jetzt im Sonnenschein. Eine kleine Gebühr muss entrichtet werden für das Camping und die Benutzung der Gemeinschaftseinrichtung. Ganz modern mit PayPal kann gezahlt werden. Nur für das Duschen werden 10 Skr benötigt – und das im bargeldlosen Schweden. Es kommt unsere Freundin aus Wintertagen, Vivianne, und löst auch das Bargeldproblem. Die Gegend ist ein wenig in deutscher Hand – so auch die Betreuung von diesem Platz. In den nächsten Tagen beobachten wir, dass hier viele angefahren und angepaddelt kommen, um ihre Wäsche zu waschen. Ein richtiger Hotspot für die Umgebung. Natürlich ist hier auch das WLAN perfekt und kostenlos – das erste Mal auf unserer Reise.

Es wird ein erster Spaziergang unternommen.

Vieles kommt uns bekannt vor. Die ehemalige Schule wurde von dem Paar übernommen, bei denen wir vor Jahren unseren Winterurlaub verbracht haben. Das ist nun „Schweden Aktivfir“ geworden mit „BB“ und vielen Freizeitaktivitäten. Bleibt nur noch zu hoffen, dass unsere Schlafsäcke in Punkto Wärme halten, was sie versprechen.

Montag, den 31.08.2020: Nornäs

Ganz verschwunden waren wir in unseren Schlafsäcken – das A und O der Schlafsackkunde. Keine kalte Luft reinlassen und den Kopf bedecken. Geschwitzt wurde nicht, aber auch nicht gefroren. In der Nähe gibt es einen Elch Park, da wollen wir hin. Sonst sieht man die Viecher ja nicht, obwohl es so viele davon geben soll. Pech gehabt, seit heute ist der Park geschlossen, weil die Elche in der Brunftzeit sind. Ein Stück weiter ist der „Fulufjällets Nationalpark“ mit dem höchsten Wasserfall von Schweden, 93 m hoch.

Zugefroren wissen wir, wie er aussieht.

Das Bild stammt vom März 2012

Im Sommer ist er auch sehr schön und liegt in einer herrlichen Umgebung. Eine kleine Wanderung führt dorthin.

Zur Belohnung gibt es eine leckere Waffel mit Hjortonbeerensylt. Den Rest des Tages wird die Sonne an unserem Platz am See genossen.

Und hier gibt es endlich Blaubeeren und Preiselbeeren zum Pflücken!

Dienstag, den 01.09.2020: Nornäs

Minus 1 Grad war der Kälterekord heute Nacht. Die Schlafsäcke haben zum Glück nicht enttäuscht.

Jetzt ist es wieder warm und der See und das schöne Wetterladen zum Paddeln ein. Kanadier können bei „Schweden Aktiv“ ausgeliehen werden.

Eine erste Tour zeigt uns, dass der See gar nicht so groß ist. Viele kleine Inseln gibt es hier und fast auf jeder stehen Häuser mit schönen Badestegen. Anlegen für ein kleines Picknick ist schwierig.

Letztlich sitze ich auf einem Stein und Kai im Boot für eine kleine Pause. Später werden noch Beeren gepflückt. Ein lang gehegter Traum soll in Erfüllung gehen: Marmelade aus den frisch gepflückten Waldbeeren kochen!

Die Küche bleibt kalt, es gibt Kolbullar bei Vivianne.

John ist ein Meister im Zubereiten dieser schwedischen Spezialität: Dicke Speckpfannkuchen, die auf dem Holzgrill zubereitet werden. Man schafft nur einen, außer Kai, der isst gleich zwei davon. Ein sehr netter Abend mit toller schwedischer Gastfreundschaft! Die Nacht wird von einem tollen Vollmond erleuchtet, der sich auch noch im Wasser spiegelt.

Das muss natürlich noch bei einem Gläschen Wein fotografiert werden.

Mittwoch, den 02.09.2020: Nornäs

Erst einmal einkaufen beim Landhandel in der Nähe. Ein kleiner Laden der alles hat – auch Gelierzucker.

Der See wird mit dem Kanu zu Ende erkundet. Am südlichen Ende gibt es eine Grill- und Schutzhütte. Dort kann dann doch entspannt angelegt werden.

Die Sonne ist so schön und lädt zum Sonnenbaden mit einer Lesepause ein. So, jetzt Marmelade kochen. Die Küche ist gut ausgestattet für die Unternehmung.

Abendessen gibt es am See mit Lagerfeuer.

Donnerstag, den 03.09.2020: Nornäs

Höhepunkt des heutigen Tages: Eine Bibersafari. Dafür wurde der Aufenthalt um einen Tag verlängert. Wenn schon keine Elche, dann eben Biber. Diese Unternehmung wird auch vom Elch Park angeboten. Der Tag zeigt sich heute bedeckt und manchmal nieselt es. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Aussichtsturm, aber trotzdem geht es zum „Bunkris Brandturm“.

Der 24 m hohe Holzturm steht direkt an der RV 70.

Die Sicht ist gar nicht so schlecht und der Turm sehe liebevoll ausgestattet. Ein kleiner Spaziergang rundet die Unternehmung ab. Pünktlich um 16.45 Uhr treffen wir unsere Biber-Tour-Guides von der Elch-und Huskyfarm Bosse & Friends. Mit dem Auto geht es an den Fluss Kanu zu Wasser lassen und die Reise beginnt Strom abwärts, so dass wenig gepaddelt werden muss.

Drei Stunden soll die Kanutour dauern, ca. 10 km. Die Biber bauen hier nicht die üblichen Bauten, sondern leben im Uferbereich in Höhlen.

Recht bald werden zwei kleine Biber entdeckt, die fiepend miteinander tollen – das war es dann aber leider auch an Bibersichtungen. Der Fluss ist aber an sich wunderschön. Die Abendstimmung, die Stille. Alles spiegelt sich im Wasser. Ein Regenschauer unterbricht die romantische Stimmung. Das Wetter hätte besser sein können. Unterwegs werden noch ein paar Rehe entdeckt, die entweder komische Geräusche machen oder interessiert gucken.

Ganz zum Schluss gibt es noch ein kleines Bonus-Abenteuer. Wie versprochen kommen wir trocken – bis auf den Regen – zum Ziel. Eifrig wird das Kanu an Land gezogen und da passiert es: Es kippt zur Seite. Ich komme noch trocken raus, unsere Guide(in) rettet sich tatsächlich mit einem beherzten Sprung ins Wasser und Kai gelingt es zum Glück, unsere wasserdichte Tonne mit den Fotoapparaten etc. zu retten, die natürlich nicht fest verschlossen war. Leider kommt er selbst schlecht aus dem Boot, da er seine Füße unter dem Sitz verschränkt hatte und ist ebenfalls “klitsche nass”.

Was für ein Schreck – aber zum Glück konnte alles gerettet werden. Es brennt schon ein Feuer für die versprochene Grillwurst und jetzt auch zum Wärmen und Trocknen, soweit es geht. Trotzdem wird es noch eine nette Abschlussrunde, bevor wir zum Ausgangspunkt zurückfahren. Schnell die nassen Sachen gewechselt – es ist im Auto alles dabei. Mit dem Ende bleibt uns die Bibersafari, fast ohne Biber, bestimmt in bleibender Erinnerung!

Freitag, den 04.09.2020: Nornäs Karlstad

Schlechtwettertag – Reisetag. In der Nacht hat es viel geregnet, das Wetter ist schlecht, wir wollen weiter, aber in südliche Richtung. Karlstadt ist die grobe Richtung. Dort soll zumindest heute auch das Wetter besser sein und es wird auch wieder wärmer. Uns fällt auf, dass hier in den letzten Tagen der Herbst eingezogen ist. Die Farben haben sich plötzlich von Grün in Gelb und Rot verändert. In Karlstad finden wir wieder einen „First Camp“. Der Platz ist schön, aber von den bisherigen Plätzen fällt er etwas ab, was die Ausstattung angeht. Er liegt wieder an einer öffentlichen Erholungsfläche mit Zugang zum Vänern See. Zum Baden ist es am frühen Abend schon zu kalt.

Es Ist auch sehr windig heute – kalter Wind! Der See wirkt wie ein Meer und hat direkt Wellen. Ein schöner Spaziergang ist aber noch drin.

Heute gibt es Fischstäbchen.

Samstag, den 05.09.2020: KarlstadTorsö

Der Vänern See hat auch Inseln und eine davon ist Torsö – durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Die schauen wir uns mal an, da waren wir noch nicht. Sie ist recht beschaulich mit viel Grün, viel Wald und schönen Häusern. Ein Waldspaziergang führt zu einem schönen Strand.

Wollen wir hierbleiben? Einen Campingplatz gibt es auch. Zelt aufgebaut und Erkundung fortgesetzt. Hier könnte man zwei, drei Tage verbringen. Wir fahren aber morgen weiter in Richtung Ostküste.

Sonntag, den 06.09.2020: TorsöHallmare

Sonntags einkaufen ist in Schweden kein Problem. Fast alle Geschäfte haben geöffnet. Unsere Vorräte füllen wir im „Willys“ auf, ein großer und günstiger Discounter.

Ein (kleiner) Familienbecher leckeres, schwedisches Eis – Birne mit Milchschokolade – wird gekauft und auf dem nächsten Rastplatz verzehrt. Köstlich! Unser Campingplatz liegt direkt am Wasser an einer kleinen Bucht. Die Schärenlandschaft der Ostküste ist von der Landseite nicht zu erkennen. Auch hier ist die Saison schon zu Ende. Wir sind die einzigen mit Zelt. Viele Dauercamper haben ihr „Anwesen“ schon winterfest gemacht. Es gibt unglaublich viele Dauercamper in Schweden – wer hätte das gedacht.

Montag, den 07.09.2020 – Hallmare

Mit Hilfe von Komoot finden wir einen Weg in Ort Loftahammar, der ca. 7 km entfernt liegt. Leider führt er uns nur selten von der Straße weg, aber die ist auch nicht sehr befahren.

Zum Ende ist der Weg sogar richtig schön. Die kleine Stadt hat viele schöne Häuser, ein Cafe hat nicht mehr geöffnet, aber der kleine Supermarkt, um ein Brot zu kaufen. Abends wird es doch schon sehr kalt. Gegessen wird im Aufenthaltsraum. Das ist entspannter als zitternd beim Zelt.

Dienstag, den 08.09.2020: Hallmare – Ahus

Die Küste bei Yngsjö in der Nähe von Kristianstad ist wirklich schön. Wir haben dort den Jahreswechsel verbracht. Hier kann man Strandspaziergänge unternehmen, es gibt Waldwege und ein kleines Naturschutzgebiet. Schöne Ferienhäuser finden hier natürlich auch, wo es so schön ist. Die Campingplätze befinden sich bei Ahus – auch einer von First Camp. Die Lage ist wieder sehr gut, nicht weit vom Strand mit Kiefern durchsetzt. Insgesamt ist die Anlage schon etwas in die Jahre gekommen. Ein Joggingpfad führt weiträumig um den Platz, der auch zum Spazierengehen einlädt. Heute reicht die Zeit für einen ersten Strandspaziergang und für die Feststellung, dass die Ostsee hier sehr kalt ist. Ein Grillhähnchen wird verspeist. Die gibt es warm in den Supermärkten zu kaufen. Ganz praktisch für die Campingküche und auch lecker.

 Mittwoch, den 09.09.2020: Ahus

Kristianstad könnte eine Reise wert sein und ist nicht so weit weg. Außerdem haben wir heute einen Regentag erwischt. Viel Aufregendes gibt es in der kleinen Stadt nicht zu entdecken. Es ist in den Ortschaften einfach nichts los und vieles hat nicht geöffnet. Das kleine Einkaufcentrum wirkt auch traurig. Bei Clas Ohlson wird jedoch ein Pflanzregal für den Garten gekauft.

Hoffentlich bereuen wir den Kauf nicht, denn das Ding will ja auch transportiert werden. Da wir noch eine Nacht im Auto schlafen wollen, ist der Platz begrenzt. Wegen der Wetterlage gibt es Pizza, die im Zelt gegessen werden kann. Ausgerechnet dieser Platz hat keinen Aufenthaltsraum für wettergeprüfte Zelter.

Donnerstag, den 10.09.2020: Ahus

Es zieht uns nach Yngsjö. Unsere Wohnung aus dem Winter scheint tatsächlich vermietet zu sein. Frechheit! 😉 Wir drehen die schöne Strandrunde, die wir aus dem Winter kennen – diesmal mit den Füßen im Wasser.

Zurück geht es entlang der schönen und ehemaligen Fischerhäuser, die jetzt wohl zu Wochenendhäusern mit Meerblick geworden sind. Die Sonne meint es an unserem letzten richtigen Urlaubstag noch mal gut. Der weiße Strand lädt zu einem Sonnenbad ein. Weiter geht es nach Ahus. Jenseits des hässlichen Kreisverkehrs mit den Supermärkten verbirgt sich ein sehenswertes Örtchen.

Schöne alte Häuser, eine alte Kirche, eine Hafenpromenade entlang des Yachthafens – wirklich nett. Es gibt viel Gastronomie – leider geschlossen. Die Besichtigung hat sich gelohnt. So, das letzte Campingmenü soll sich noch mal mit der schwedischen Küche befassen, also gibt es Köttbullar mit Snabbmakaroner. Ach, der 5 l Weinkarton muss noch ausgetrunken werden. Wer hätte gedacht, das dieser drei Wochen hält. Für jeden sind doch tatsächlich noch 2,5 Gläser drin. Das lässt uns die letzte Nacht im Zelt gut schlafen.

Freitag, den 11.09.2020: Ahus – Malmö

Der Kreis schließt sich und wir fahren aus Richtung Osten nach Malmö, unserem Ausgangsort. Noch ein Stadtbummel, langsam kennen wir die Stadt wie unsere Westentasche. Im Naherholungsgebiet bei der Brücke wird noch eine Lesepause eingelegt Wieder der kalte Wind heute, er es bald ungemütlich werden lässt. Ein Platz muss her, an dem die Nacht im Auto verbracht werden kann. Es ist gar nicht so leicht, etwas zu finden. Bei geeigneten Plätzen ist die Übernachtung nicht erlaubt und das Industriegebiet in Fährhafennähe lädt nicht wirklich ein. Ein Tipp aus dem Internet: IKEA.

Tatsächlich darf man dort aber auch nicht übernachten. Doch ganz in der Nähe ist eine Art Park- and Rideplatz. Da stellen wir uns hin. Es wird gekocht und gegessen und bald kommen sämtliche jugendlichen Auto-Cruiser der Stadt zu diesem Platz. Wir verziehen uns ins Auto und beobachten das Treiben, das in erster Linie laut ist.

Samstag, den 12.09.2020

Romantisch war die Nacht nicht, aber ein paar Stunden Schlaf haben wir bekommen. Wir erleben den ersten Sonnenaufgang des Urlaubs, so früh müssen wir aufstehen.

Noch schnell einen Kaffee gekocht, umgeräumt und es geht zur Fähre. Mehr als rechtzeitig sind wir dort und stehen nun in der Reihe, um demnächst auf das Schiff zu fahren.

Alles hat mal ein Ende, leider auch dieser Urlaub. Die drei ereignisseichen Wochen sind viel zu schnell vergangen.

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