Nordische Weihnachtsmarkt Tour 2025

Im Lauf eines Jahres gibt es kaum etwas wertvolleres für uns als unsere Urlaubstage gemeinsam zu verleben.  Zum Glück kommt es zum Ende des Jahres immer mal wieder vor, dass doch der eine oder andere Urlaubstag übrig ist und dringend „genommen“ werden muss. In diesem Jahr haben wir uns durch geschickte Planung Anfang Dezember noch ein langes Wochenende „rausgearbeitet“.

Was jetzt anfangen mit diesen freien Tagen (Freitagnachmittag bis Dienstag): Natürlich mit Jean-Luc unserem neuen Wohnmobil unterwegs sein!  Was bietet sich in der Vorweihnachtszeit mehr an, als eine Tour durch die nordischen Weihnachtsmärkte.

Freitagnachmittag ging es los Richtung Nordseeküste. Unser Ziel: Husum

Diesen Weihnachtsmarkt haben wir schon zweimal besucht, wenn wir im Winter Richtung Pellworm unterwegs waren. Er hat uns jedes Mal sehr gefallen, wie überhaupt diese schöne Stadt an der Nordsee.

Außerdem gibt es in Husum einen Wohnmobilstellplatz. Zu unserer Überraschung, war der Platz bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag gut gefüllt, wenn auch noch nicht voll. Der Platz liegt zentral aber nicht wirklich schön. Wer auf gute Aussicht wert legt, ist hier nicht richtig. Die Anmeldung im Hotel einige hunderte Meter entfernt, ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber problemlos. Da der Bertreiber des Platzes und des Hotels auch offensichtlich Eigentümer des nahegelegenen Fischhauses Loof ist, gab es einen 2-€-Gutschein für dieses Restaurant mit Fischhandlung.

Auf Strom haben wir verzichtet, da uns das Kabellegen im Dunklen mit Nieselregen nicht so viel Spaß macht, und „Landstrom“ auch nicht benötigt wurde.

Der Weg in die Stadt zum Weihnachtsmarkt und nebenbei auch zu den noch offenen Geschäften (aber nur bis 18:30 Uhr) war kurz. Der Weihnachtsmarkt war wie auch in den Jahren zuvor klein, aber fein. Es gab nicht nur Glühwein und Wurst, es  wurde auch noch ein wenig in der Stadt „geshoppt“. So wurde auch noch etwas für die lokale Wirtschaft getan.

Das war ein schöner Auftakt unserer nordischen Weihnachtsmarkt-Tour.

Am nächsten Morgen wurde dann der Gutschein des Fischhauses noch für den Erwerb eines Kilos ungepuhlter Krabben verwendet. Aber auch andere Fischprodukte dieses Geschäfts sind empfehlenswert.

Bei einem letzten kurzen Spaziergang am Samstagmorgen wurde noch eine kleine dänische „Seiferei“ entdeckt. Sehr netter Eigentümer und großartige Produkte. Unbedingt beim nächsten Husum Besuch mit einplanen. Lohnt sich!

Jetzt ging es nach der ersten Nacht mit Wintercamping weiter Richtung Norden. Gefrühstückt haben wir auf einem kleinen schönen Parkplatz direkt an dem Damm nach Nordstrand. Das schöne an einem Wohnmobil ist eben auch, man kann schon mal losfahren und sich einen noch schöneren Platz zum Verweilen suchen.

Unser nächstes Ziel:  Tondern in Dänemark, das einen sehr schönen Weihnachtsmarkt haben soll.

Der Weg war nicht weit und nach einer knappen Stunde Fahrt waren wir am frühen Nachmittag in Tondern auf dem neuen Wohnmobilstellplatz. Obwohl dieser großzügig dimensioniert ist, war leider alles voll. Auf fast jedem Stellplatz stand ein dänischer Wohnwagen. Sah ein wenig aus, wie das Jahrestreffen der DCU. Was nun? Nach kurzer Diskussion mit einem ebenfalls suchenden Wohnmobilisten, entschieden wir uns dafür, den Parkplatz vor dem Stellplatz anzusteuern. Mal sehen, was die Rezeption in der benachbarten Jugendherberge sagt. Sie sagte garnichts, da sie nur von 09.00 bis 12.00 Uhr geöffnet hat. Einige einheimische Wohnmobil-Liebhaber rieten uns einfach auf dem Parkplatz zu bleiben, dass würden sie auch so tun. Solchen Ratschlägen sollte man immer folgen. Glücklicherweise sind wir autark mit Jean-Luc.

Also ab zum Weihnachtsmarkt in die Innenstadt von Tondern, die nur einige hundert Meter entfernt ist.

Gleich zu Beginn ein riesiger Laden für dänischen Weihnachtsbedarf: die Alte Apotheke.

Dahinter dann ein sehr netter Markt mit einige schönen Ständen, die schon das eine oder andere Weihnachtsprodukt anboten, dass man bei uns so nicht findet.

Der Höhepunkt: Über den Dächern der Stadt (oder genauer auf dem Dach der Tourist Information) schwebt der Weihnachtsmann in einem Schlitten und lässt sein „HoHoHo“ erschallen.

Nach einem sehr netten Bummel durch die schöne Stadt, haben wir uns dann am Abend in unserem Wohnmobil den Nordseekrabben gewidmet. Das „Puhlen“ hat immer etwas meditatives und am Ende stand ein wundervolles Schwarzbrot mit Krabbenrührei. Was will man mehr…?

Die Übernachtung auf dem Parkplatz vor dem Wohnmobilstellplatz war problemlos. Die Feststellung, dass sich Jean-Luc auch problemlos zum Wintercamping eignet, war nicht überraschend, dennoch hat sie uns beruhigt. Gefroren haben wir keine Nacht, obwohl es so um die knappen 2-3 Grad kalt war.

Am nächsten Morgen ging dann schon der erste Auslandsbesuch unseres neuen Wohnmobils zu Ende. Schnurstracks ging es wieder bei Süderlügum über die Grenze zurück nach Deutschland. Hinter der Grenze gleich diverse Supermärkte, die auch am Sonntag geöffnet haben. Bisher hatten wir diese Einkaufstempel immer ignoriert, aber jetzt wollten wir uns auch einmal in das Getümmel stürzen. Gesagt, getan…und schon standen wir in der Schlange vor dem Markt. Da dieser erst um 10:00 Uhr öffnete, standen die Menschenmassen mit Einkaufswagen bewaffnet vor der Tür und wartet geduldig auf den Startschuss für das „Einkaufsvergnügen“. Was uns ein klein wenig stutzig machte, war der Umstand, dass wir nur Dänischen hörten.

Der Kampf um die besten Angebote begann pünktlich um 10:00 Uhr. Die meisten anwesenden Dänen war auf jeden Fall deutlich erfahrener im „Shopping-Nahkampf“. Da wurde gedrängelt geschubst und sich geschickt in aussichtsreiche Wartepositionen manövriert. Etwas hilf – und ratlos, was diesen Hype denn eigentlich auslöst, haben wir den Laden relativ schnell wieder verlassen. Die meisten Produkte lagen im Preis eher über dem bundesdeutschen Niveau, müssen aber für die Dänen einen unheimlichen Reiz gehabt haben, da sie zum Teil Paletten aus dem Laden rausfuhren. Eine interessante Erfahrung, die uns neben einer Packung unseres geliebtes dänischen Makrelensalats die Erkenntnis gebracht hat, sich künftig doch eher von solchen Supermärkten fernzuhalten.

Weiter ging es dann immer auf der Grenzstraße Richtung Flensburg. Kleiner Umweg über Krusa. Dort liegt der Imbiss, an dem wir eigentlich immer eine kurze Rast für einen berühmten dänischen Hot Dog einlegen. Neue Erfahrung: Diesmal im Winter wurde er in „JL“ verspeist und nicht in der Sonne auf der Terrasse sitzend.

Dafür aber auch mit der Möglichkeit die Weihnachtsvariante eines dänischen Hot Dogs zu probieren (mit Rotkohl). Empfehlenswert wie immer!

Der Flensburger Weihnachtsmarkt entpuppte sich als nur mäßig empfehlenswert. Die sehr nette Einkaufsstraße in der Innenstadt sorgt für ein längliches Hinziehen der Stände. So, dass nicht wirklich etwas wie Gemütlichkeit aufkam.

Als Übernachtungsstandort hatten wir uns Kappeln ausgesucht.

Sehr schöner Wohnmobilstellplatz auf einem Werftgelände, auf dem um diese Jahreszeit sehr viele Segelboote überwintern. Viel Platz (nur 4 Wohnmobil standen über Nacht hier) und alles voll automatisiert. Strom und ein sehr sauberes Dusch- und Waschhaus rundeten den sehr guten Eindruck ab. Dazu sehr dicht an der sehenswerten Innenstadt gelegen und ein toller Ausblick auf die Schlei. Das ganze wurde von einem „Penny“ ergänzt, der direkt an der Einfahrt zum Platz liegt.

Einen richtigen Weihnachtsmarkt gab es hier nicht, aber die Gastronomie in Kappeln war schon immer sehr gut. Viele kleine Cafés und Kneipen, die das weihnachtliche Ambiente eines Marktes ersetzen. Besonders erwähnenswert, die einzige „Glühwein-Happy-Hour“ auf unserer ganzen Tour (2 Glühwein zum Preis von 5 €). Wer also mal in Kappeln einen netten Glühwein trinken will, bzw. in glühweinfreien Zeiten ein gutes Bier (Angeliter) sucht, ist in der Palette 54 genau richtig.

Weiter ging es am nächsten Tag Richtung Eckernförde. Auch einer dieser Orte, die wir in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt haben.

Ein kleiner überschaubarer Weihnachtsmarkt und eine immer wieder nette Innenstadt mit einem unserer absoluten Lieblingsläden: „Die Bonbon Kocherei“. Bei diesem tollen Geschäft beschränkt sich unsere Leidenschaft auf den Schokoladen-Teil.

Es war nicht das erste Mal, dass wir nach Eckernförde gefahren sind, um diese traumhafte Schokolade zu genießen.

Danach ging es dann schnurstracks nach Fehmarn weiter. In dem Ort Burg sollte ebenfalls ein toller Weihnachtsmarkt sein.

Die Auswahl an Wohnmobilstellplätzen hielt sich leider Grenzen, so dass wir auf den einzigen offenen Platz gehen mussten.

Auch hier konnte man einiges lernen. Zumindest wissen wir jetzt, wie man Einnahmen aus einem solchen Platz optimal vermehrt. Dankbar sind wir immer noch, dass wir für das Atmen keinen Extra-Obolus zahlen mussten. Allerdings alles andere ist gebührenpflichtig. 26 € für eine Nacht (unser bisheriger Rekord für eine Übernachtung auf einem Wohnmobilstellplatz). Toilettenbenutzung 0,50 €. Wer Duschen wollte, musste erst einmal 0,50€ für die Toilette hinlegen, um dann dort die Dusche für 1,00 € benutzen zu können. Ver- und Entsorgung natürlich nur hinter einer Schranke und gegen Gebühr. Allein der Strom war in den 26 € enthalten. Dafür stand man auf einem gekiesten Standplatz, der vieles war, aber bestimmt nicht einladend.

Der Weihnachtsmarkt war hingegen nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Auch hier galt das Motto: Klein, aber so lala! Vielleicht der langweiligste Markt mit den wenigsten Besuchern auf unserer ganzen Tour.

Leider war unsere 4-tägige Tour über ein langes Wochenende schon wieder um, und es blieb uns am nächsten Morgen nur der Weg zurück in die heimatlichen Gefilde in Hamburg. Als Zwischenstation haben wir noch l in Heiligenhafen haltgemacht. Leider hat der Weihnachtsmarkt Dienstags Ruhetag. Dafür blieb uns umso mehr Zeit, um durch die nette Stadt, die direkt an der Ostsee liegt, zu bummeln. Wirklich sehenswert. Zum Schluss konnten wir noch direkt vom Kuttern ein paar Flundern erstehen, die dann zuhause in der Pfanne gelandet sind.

Fazit:

Wintercamping mit Jean-Luc funktioniert hervorragend. Die Weihnachtsmärkte im Norden sind vielfältig und verschieden. Die Preise leider nicht so!

Es macht Spaß, die schönen Orte im Norden auch einmal außerhalb der Saison zu

besuchen – sie sind es wert!

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