Biikebrennen 2020 Pellworm

Nun waren wir Pellworm-Fans schon zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten auf der schönsten Nordseeinsel, aber noch nie zum Biikebrennen. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Finden die Biikebrennen doch immer am 21. Februar statt und in diesem Jahr fällt dieser Tag einigermaßen arbeitnehmerfreundlich auf einen Freitag. Unvorhersehbar bleibt nur die Wetterlage, denn die kann im Februar alles im Gepäck haben.

Warum genau die Nordfriesen am 21. Februar, am Abend vor dem Petritag, Feuer entfachten, ist nicht abschließend geklärt. In jedem Fall sind die Walfänger an diesem Tag in See gestochen und wurden verabschiedet und die Feuer entlang der Strände sollten sicheres Geleit geben.

Heutzutage ist es eine lohnende Touristenattraktion, die trotz der schlechten Wetterlage die Touristen an die Nordseeküste zieht. Schon auf der Fähre hört man die stolzen Worte eines Pellwormers: „Wir sind ausgebucht“.

In jeden Fall muss damit gerechnet werden, dass die Übernachtungskapazitäten zu diesem Ereignis, gerade in diesem Jahr bei der guten Lage, schnell vergriffen sind. Frühzeitig wurde also ein Hotel gesucht und mit dem „Kieck ut“ auch gefunden. Das Haus liegt sehr schön in unmittelbarer Nähe der Hooger Fähre direkt am Deich. Es ist wohl die maximale Entfernung von Tammsiel, die man haben kann. Leider ist dort das Gasthaus „Hooger Fähre“, das älteste Gasthaus der Insel, am Jahresende 2019 abgebrannt. Es soll aber wiederaufgebaut werden.

Geplant war wie immer eine Anreise mit den Fahrrädern, um auf der Insel mobil sein zu können. Da zeigt uns das Wetter eine lange Nase, denn so viel Sturm wie in diesem Winter gab es wohl noch nie. Es regnet, es ist ungemütlich, es stürmt. Keine guten Voraussetzungen – ist man doch als Radfahrer eigentlich immer gegen den Wind unterwegs. Fazit: Die Räder bleiben zu Hause und wir planen mit dem Inseltaxi. Gleich vorweg: Unsere Erfahrungen mit dem Inseltaxi waren recht gemischt.

Doch erstmal ankommen. Die Anreise läuft gut. Wie so oft wird ein kurzer Stopp in Husum eingelegt. Bei einer zweiten Pause wollen wir uns auf Nordstrand mit einem Fischbrötchen stärken, aber so als Hinweis: Zu dieser Jahreszeit sind die Bürgersteige hochgeklappt. Die Bude am Anleger ist auch in den Winterferien. Die Fähre ist pünktlich, und dort gibt es die heißersehnte Stärkung. Oh, das Inseltaxi ist da. Konnten wir es doch erst während der Anreise reservieren. Tage vorher sind Reservierungen nicht erwünscht. Wir sind Nummer sieben und acht – das Taxi ist voll. Auf geht es. Für € 7,00 pro Person werden zu den Unterkünften gefahren. Unser Hotel ist sehr nett. Einfaches Zimmer, schönes Bad. Um 18.30 Uhr will uns das Taxi wieder abholen. Das Feuer wird um 18.00 Uhr entfacht, aber vorher geht nicht wegen der Kapazitäten. Umsonst warten wir fast eine halbe Stunde im Regen. Ein unfreundliches Telefonat und eine halsbrecherische Taxenfahrt später sind wir endlich am Ziel: Leuchtturm mit Feuer.

Das Biikebrennen hat durchaus Ähnlichkeit mit einem Osterfeuer. Es ist schön warm und es gibt Speis und Trank. Glühwein, Erbsensuppe und Spießbraten runden das Vergnügen ab. Besonders nett und zuvorkommend ist es im „Lighthouse Inn“ mit „Toter Tante“ und Pommes Frites.

Mit dem Inseltaxi geht es wieder zurück. Insgesamt auch ein teurer Spaß.

Leider regnet und stürmt es am Samstag immer noch. Doch eins nach dem Anderen. Ausgeschlafen genießen wir in aller Ruhe das wirklich gute Frühstück, bevor wir uns den Wetterunbilden stellen.

Dem schlechten Wetter muss man trotzen und so geht es zu Fuß zum “Nah und Frisch” – ein erreichbares Ziel. Pellwormer Käse muss einfach gekauft werden. Auf dem Rückweg kommt der Regen waagerecht und wir fast zum Stillstand, so stark wütet der Sturm.

Die Ein weiteres “must do” auf der Insel ist der Besuch der Teeverkostung vom “Holzwürmchen”, wenn sie stattfindet und das ist heute der Fall. Waldhusen ist zum Glück nicht so weit weg. Bei Tee und Gebäck wird man wieder warm und trockener. Gekauft wird natürlich auch immer etwas.

Schon ist es wieder Sonntag und mit der Mittagsfähre soll es nach Hause gehen. Das Wetter hat sich etwas beruhigt. Beim Frühstück fällt die Entscheidung: Wir gehen zu Fuß zum Schiff. Unser Gepäck besteht ohnehin nur aus je einem Rucksack. Über das Inseltaxi haben wir uns doch sehr geärgert und so müssen wir es nicht noch einmal in Anspruch nehmen. Leider kommen wir ein kleines bisschen zu spät los, denn der Bus in Tammensiel zum Anleger ist gerade eben weg. Die zusätzlichen Kilometer sind bis zur Abfahrt der Fähre nicht zu schaffen. Zwei Stunden später fährt die Nächste – sei es drum, doch gibt zu dieser Jahreszeit keine schöne Möglichkeit sich aufzuhalten. Es fängt auch schon wieder an zu regnen. In dem Haus der Rederei gibt es glücklicherweise einen Aufenthaltsraum, der auch beheizt ist mit Wasserspender und WC. Die Überfahrt wird mal im Fahrganstraum absolviert – sonst ja immer draußen.

Das war mal ein Besuch unter erschwerten Bedingungen in Sachen Wetter und Mobilität, aber trotzdem schön – wie immer!

Allerdings – wenn die sehr umweltbewusste Gemeinde Pellworm möchte, dass viele Gäste das Auto auf Nordstrand stehen lassen, sollte das Konzept des Inseltaxis gemeinsam mit der Reederei noch mal überarbeitet werden. Wenigstens für solche Ereignisse, wie das Biikebrennen.

Auf dem Rückweg nach Hamburg haben wir noch eine kurze Rast gemacht im Café Koog in Wesselburenerkoog. Unbedingt zu empfehlen. Toller Kuchen und Atmosphäre.

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