Man braucht keine komplizierte Sterneküche. Ein frisches Omelett mit ein paar frisch im Wald gefundenen Trüffeln, dazu ein gutes Stück Brot und ein ehrlicher Wein aus der Nachbarschaft – das ist das wahre Paradies.“ Bruno, Chef de Police
Die Bretagne hat uns gut gefallen – insbesondere auch die kulinarische Vielfalt. Die Franzosen verstehen es gut zu Essen und zu Trinken. Vor zwei Jahren war es ein Krimiautor, der uns auf die Gegend neugierig gemacht hat und in diesem Jahr ist es ähnlich. Kai hat viele schaurig, leckere Krimis über die Region gelesen, die uns inspiriert haben, ins Périgord zu reisen. Es ist auch die erste große Urlaubsreise mit Jean Luc – unserem Wohnmobil. Insofern gab es auch gar nicht viel vorzubereiten, außer sich mit dem Reiseziel vertraut zu machen. Mittlerweile steht alles Notwendige für eine Reise immer im Wohnmobil parat. Trotzdem wurde das eine oder andere vergessen. Neu an Bord ist ein aufblasbares Kanu, das auf der Dordogne zum Einsatz kommen soll.
Samstag, den 22.08.26: Von Hamburg an die Mosel

Früh geht es los.
Kaffeetrinken in Klein Ostheim bei unserer Cousine ist das erste Ziel. Gestärkt mit leckerem Kuchen geht es spontan weiter an die Mosel nach Ürzig. Da kennen wir uns aus: Guter und günstiger Stellplatz direkt an der Mosel und eine gemütliche Straußwirtschaft: Erbes/Henn.
So kann ein erster Reisetag gerne enden. Noch schnell ein paar Bilder vom sich in der Mosel spiegelnden Mond gemacht J. Die Spiegelreflexkamera ist eins von den Dingen, die leider vergessen wurden.



Sonntag, den 23.08.26: Über Saarburg bis nach Méry-sur-Sein
Saarburg wurde uns von Campingnachbarn empfohlen. Das ist nicht weit weg und das erste Ziel des Tages. Ein sehr schönes kleines überschaubares Städtchen mit Burg und Wasserfall im Ort und Blick auf die Saar.




In jedem Fall einen Stopp wert. Wie weit kommen wir wohl heute? Mit JL reisen wir eher gemächlich. Méry-sur-Seine scheint uns in einer guten Entfernung zu liegen und ein schöner Stellplatz wird von park4night vorgeschlagen.



Die Seine fließt dort tatsächlich. Der Platz ist schön, der Ort ist „tot“. Auf einer Miniradtour wird wenigsten ein Bäcker für morgen früh entdeckt.
Montag, den 24.08.26
Es kann geduscht werden und dann gibt es das erste richtige französische Baguette.


Was für ein Genuss! Unser Ziel erreichen wir heute auch noch nicht. Noch eine Zwischenübernachtung wird eingelegt werden – in Chaumerette. Die Autofahrt dominiert den Tag und aufregendes passiert nicht. Kann auch schön sein. Am spannendsten war noch der Besuch des Supermarktes und das teuerste das Tanken. Zum Glück waren wir gut gerüstet mit dem Abendessen, denn der Platz lag sehr schön in der Natur, aber weit vom Ort. Ein erster Pastis konnte genossen werden. Der wurde im Supermarkt erstanden für das französische Wohlgefühl. Es hätte jedoch auch ein Restaurant mit guten Bewertungen beim Platz gegeben. Das Wetter ist sehr wechselhaft, aber warm. Nach der Trockenheit in diesem Sommer freuen sich die Franzosen sicher über den Regen.
Dienstag, den 25.08.2026
So, heute soll aber das Ziel erreicht werden. Das Geräusch von prasselndem Regen weckt uns. Trotz warmer Temperaturen muss drinnen gefrühstückt werden. Erster Halt liegt an einem LIDL, der hier aber leider auch kein Sprudelwasser hat. Die Fahrt geht weiter, bis ein schöner Campingplatz in der Nähe von Périgueux mit einem kleinen Pool erreicht wird.
Leider ist das Badevergnügen kurz, denn es dürfen keine Badeshorts getragen werden. Eine Dame – Typ Bademeister – verweist Kai aus dem Pool. Alternativ wird von mir eine kleine Wanderung in die schöne Umgebung unternommen. Zum Abendbrot gibt es Wraps und einen leckeren Salat.
Mittwoch, den 26.08.26 – Périgueux
Mittwoch ist in Périgueux Markttag. Ein Highlight, um französische Produkte einzukaufen. Um 13.00 Uhr ist das Vergnügen aber schon wieder vorbei. Mit dem Rad sind es 14 km, also wird um 9.00 Uhr gestartet. Der Weg ist recht schön, da es für die letzten Kilometer tatsächlich einen Radweg entlang der Isle gibt.

Der Wochenmarkt lässt keine Wünsche übrig: Früchte, Gemüse und Käse aus der Region. Schnell sind die Fahrradtaschen voll und zur Stärkung lockt das Marktkaffee.





Das ganze Ambiente liegt dazu noch direkt an der Cathedral St. Front, die von außen und von innen sehr schön ist.
Ein Bummel durch die schöne Innenstadt schließt sich an bis zur Römerstadt Vesunna.



Eine rote Markierung, die mal erneuert werden müsste, führt um die Zeitzeugen der Römerzeit herum. Entspannt zurückgeradelt und dann noch in den Pool. Es ist sehr warm bei strahlend blauem Himmel und bis in die Nacht halten die Temperaturen, obwohl sich am Horizont ein Gewitter ankündigt. Zum Abendbrot gibt es Croque, um das Baguette aufzubrauchen – auf dem Grill zubereitet, Tomate Mozzarella mit sehr leckeren Tomaten vom Markt sowie aromatischen Basilikum von dort und Salat. Dazu natürlich Wein.
Es lebt sich gut in Frankreich. Nachts streift uns das Gewitter mit einem leichten Schauer.


Donnerstag, den 27.08.26
Wo kann nun mal gepaddelt werden? Hier beim Campingplatz theoretisch schon, wenn der Wasserstand nicht zu niedrig wäre. Der heiße Sommer hat auch hier Spuren hinterlassen. Die Kommissarin aus Julie Dubois Romanen paddelt in der Dronne und besucht häufig St. Apre. Das ist nicht weit weg und könnte ein Tipp sein. St. Apre ist klein und einsam, doch das Camping scheint okay zu sein. Die Einstiegsmöglichkeiten sind aber auch nicht so großartig bei dem Wasserstand. Eine Route ist angezeigt und ein weiterer Ort: Lisle. Der ist etwas belebter, auch mit Campingplatz, guter Einstiegsmöglichkeit und hier wird sogar gebadet und von der Brücke gesprungen. Hier soll es morgen mit JL hingehen für die nächsten zwei Nächte. Zwischendurch wurde eingekauft. Auch ein „Rosette“, ein Wein aus der Region, der mit seinem leicht süßlichen Geschmack überrascht und lecker ist. Zurück am Platz wird wieder der Pool genossen. Zum Abendbrot gibt es Bruschetta (Resteverwertung) und Spaghetti mit dem Pesto des Markts und Gambas (von LIDL 😊).
Freitag, den 28.08.26
Überraschend früh beginnt der Tag: Mondfinsternis! Das Himmelsereignis lässt mich um 5.00 Uhr aufstehen.



Tatsächlich geben die Wolken den Blick auf den Mond pünktlich frei, obwohl es vorher noch geregnet hat. 1,5 Std. Naturschauspiel, bis um 6.20 Uhr nur noch eine kleine Sichel zu sehen und die maximale Finsternis erreicht ist. Nun kommen Wolken auf und es regnet. Da hat der Wettergott mitgespielt und der Schlaf kann fortgesetzt werden. Die Reise geht heute weiter, aber nur wenige Kilometer bis Lisle, wo das Boot endlich zum Einsatz kommen soll. Der Pool wird jedoch noch ausgenutzt und gemütlich gefrühstückt.
Pünktlich mit der Ankunft in Lisle setzt der Regen ein und der Zugang zum Camping ist zunächst verwehrt, da die Rezeption nicht besetzt ist und ein Telefonat scheitert an der Sprache. Macht nichts, am Fluss ist gleich ein Parkplatz und schon bald scheint die Sonne.



Das Kajak ist schnell aufgebaut mit seinen 3 Luftkammern und wird zu Wasser gelassen. Das Paddeln funktioniert schon ganz gut, aber vor der 2. Runde wird noch mal YouTube bemüht.

Wir sind zufrieden und nun kann auch der Campingplatz bezogen werden. Heute soll mal die französische Küche ausprobiert werden. Ob das funktioniert hat mit der Reservierung? Es geht auch ohne Reservierung. Auf der Terrasse vom Mühlenrestaurant (Le Moulin du Pont) sitzt man gemütlich und das Menü, das eine Auswahl zulässt, liest sich verlockend. Allerlei Spezialitäten können gekostet werden – auch ein bisschen Stopfleber ist dabei. Es gibt Forelle aus dem hauseigenen Forellenteich, Ente, Steak mit Trüffelbutter, eine Käseauswahl und leckeres Walnusseis aus Périgord. Dazu ein Wein aus Bergerac.





Zum Schluss leuchtet der Vollmond über der Dronne.
Samstag, den 29.08.26
Samstag ist Markttag. Der Markt am Samstag soll auch größer sein. So geht es nochmal nach Périgueux. Diesmal mit JL. Da wir uns schon auskennen, finden wir einen Parkplatz beim Museum. Doch was ist das? Etliche Passanten im 60er Look begegnen uns. Dann wird eine Oldtimerparade entdeckt. Später ein Platz mit vielen amerikanischen Militärfahrzeugen. Was wird hier wohl gefeiert? In jedem Fall schön anzusehen.
Der Markt ist heute viel größer mit ausgelassener Stimmung. Für zwei Mahlzeiten wird eingekauft: Fisch, Feigen, Käse, Tomaten, köstliche Erdbeeren und Brot für ein spätes Frühstück. Am Nachmittag wird nochmal in See gestochen. Zwei Mal zum Wehr paddeln und zurück. Wie diese Hindernisse überwunden werden können, erschließt sich uns leider nicht. Es ist aber sehr schön auf dem Wasser unterwegs zu sein. Heute wird auch im Fluss gebadet.
Den Fisch gibt es zum Abendessen mit Röstkartoffeln aus eigener Ernte ( noch von zu Hause) und einem leckeren Salat. Zum Nachtisch gibt es die köstlichen Erdbeeren.
Sonntag, den 30.08.26
Der Tag beginnt im Fluss. Wie herrlich hier am Morgen zu schwimmen. Die Reise geht heute ein paar Kilometer weiter nach Bergerac.

Eigentlich sollte mal ein Stellplatz bei einem Winzer ausprobiert werden, aber der wurde leider nicht angetroffen. Also geht es weiter auf den Gemeindestellplatz im Ort. Der liegt sehr schön zentral direkt an der Dordogne. Ob hier auch gebadet werden kann? Es ist jedenfalls niemand im Wasser. Mit dem Rad geht es in den Ort in die schöne Altstadt, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Für einen Sonntag ist es recht belebt. Die Fahrräder sind wieder praktische Transportmittel, um in die Stadt zu kommen. Obwohl – sie ist nicht weit entfernt. Zurück am Platz wird gekocht: Feigen mit Schafskäse an zweierlei Salat – Tomatensalat aus köstlichen französischen Tomaten und von heimischem Feld: Möhren-, Rote-Beete-Rohkost.
Montag, den 31.08.2026
Der Tag beginnt sportlich mit einer Laufrunde an der Dordogne. Im Ort gleich hinter der Brücke gibt es einen schönen Platz, der zum Sonnenuntergang einladen könnte. Außerdem verläuft direkt am Fluss auch ein schöner Radweg. Beim Joggen entdeckt man häufig Schönes. Doch erstmal wird gefrühstückt, bevor die Fahrradtour auf entdeckten Wegen beginnt.
Bis Prigonrieux wird geradelt, vorbei am Staudamm von Bergerac immer mit Blick auf die Dordogne an schönen Sommerhäusern vorbei. Ein kurzer Einkauf bei einem Supermarkt muss auch sein. Es gibt heute Abend Crêpes mit Käse und Schinken und zum Nachtisch noch einen Süßen mit Apfel und Schokocreme. Die Crêpe-Pfanne soll nicht umsonst mitgereist sein. Die Crêpes gelingen fantastisch mit Hilfe des Gasgrills. Dieser Grill ist ein kleines Wunder. Dazu wird ein roter Wein aus Bergerac getrunken. Und nun geht es nochmal in die Stadt, um den Sonnenuntergang zu genießen. Tatsächlich finden sich hier etliche Sonnenanbeter ein und genießen den Abend.




Dienstag, den 01.09.2026
Mittags isst man in Frankreich günstiger als am Abend. Es geht also zeitig los und dann ist Mittagspause. Also kein Frühstück, sondern gleich zum Mittag. Auf den Reiseführer ist kein Verlass. Schon wieder gibt es das empfohlene Restaurant nicht oder nicht mehr. Eine Crêperie macht einen guten Eindruck. Die Lage ist schön und der Laden ist voll – das lässt hoffen und das Essen schmeckt wirklich gut. Nun steht Kultur auf dem Programm. Irgendeins der vielen Chateaus muss besichtigt werden.

Das Schloss Monbazillac ist nur 7 km entfernt und mit dem Fahrrad erreichbar. Leider liegt es auf einem Berg, so dass zu guter Letzt das Fahrrad geschoben werden muss. Es lohnt sich aber. Im Eintritt von 12,50 € ist eine kleine Weinprobe enthalten.
Der Weinanbau und der Alltag von Winzern wird beschrieben. Im Schloss gibt es geschichtliches und das Ganze krönt eine tolle Aussicht. Auf dem Weg nach Bergerac liegen zwei, drei Weingüter. Da bietet sich ein kurzer Stopp an, um den Weinvorrat aufzufüllen. Eine Flasche muss genügen. Heute Abend bleibt die Küche kalt. Es gibt ein französisches Abendbrot mit Käseplatte, Obst, Baguette und Rotwein. Sehr lecker 😋. Morgen geht’s weiter.
Bergerac – Les Eyzies
Bevor wir Bergerac verlassen: Es geht auf den Wochenmarkt, denn Mittwoch ist Markttag. Zum Glück wird ein Parkplatz gefunden und auch der Markt. Es gibt wieder leckere Erdbeeren. Für das Abendessen wird Quiche gekauft und Kuchen und Brot für ein spätes Frühstück. Herausragend ist ein Stück Trüffelkäse für 16.00 €.
Nun fehlen noch die Höhlen und Grotten, die es hier in großer Menge zu sehen gibt. Es gibt Höhlen mit prähistorischen Zeichnungen und Tropfsteinhöhlen. Auf dem Weg ins Périgord Noir – ins Tal der Vézère – liegt die Grotte de Rouffignac-Saint-Cernin-de-Reilhac und wird gleich besichtigt. Mit einer kleinen Bahn geht es in die Tiefen der Höhle. Die Zeichnungen sind dezent beleuchtet und werden erklärt – leider nur auf Französisch. Erklärungen in anderen Sprachen gibt es via Handy. Die prähistorische Kunst ist schon beeindruckend.


Der Besuch hat sich gelohnt. Leider durften keine Fotos in der Höhle gemacht werden. Weiter geht’s zum Stellplatz. Auf der Suche nach dem schönsten Platz hat der Fahrradgepäckträger leider Bekanntschaft mit einem Baum gemacht. Das schöne Tal wird bei einem kleinen Lauf in Augenschein genommen. Zum Abendbrot gibt es die Köstlichkeiten des Markts. Es ist hier sternenklar – ein toller Nachthimmel.
Donnerstag, den 03.09.26: Les Eyzies
Auch die Vézère scheint weniger Wasser zu führen als sonst. Für unser Kajak wohl ungeeignet. Das Wassersportprogramm hat sich wohl erledigt. So richtig verstehen wir die Flüsse auch nicht mit ihren Wehren. Vermutlich bräuchte es doch einen Support, um vom Ziel wieder zum Start zu kommen. Übernachtungsmöglichkeiten mit Zelt gäbe es entlang der Flüsse. Naja, wir wollten hier ja die Tropfsteinhöhle „La Grotte Du Grand Roc“ besichtigen. Die 3 km werden mit dem Fahrrad zurückgelegt.



Wie so oft, wird auch hier Mittagspause gemacht – aber in einem netten Bistro kann die Wartezeit bei einem Kaffee und einem kühlen Getränk überbrückt werden.


Die Höhle ist sehr beeindruckend. Die Führung wieder nur auf Französisch. Das Kombiticket ermöglicht noch den Einblick in den vermuteten Alltag unserer Vorfahren unter den Felsüberhängen.
Die felsige Landschaft ist überraschend schön und eindrucksvoll. Einige Häuser sind direkt an den Felsen gebaut worden. Auf dem Rückweg wird noch durch die kleine Stadt gebummelt, die mit den vielen Restaurants sehr lebendig wirkt und sehr schön liegt. Zum Abendbrot gibt es Bruschetta, Käseomelette und Salat. Leider muss am Abend schon die Rückreise geplant werden, damit wir noch einiges sehen können und doch rechtzeitig zu Hause sein werden.
Freitag, den 04.09.26
Oradour-sur-Glane
Diesen Ort wurde auf der Hinfahrt vergessen, daher dort jetzt ein Stopp. Hier befindet sich ein Ruinendorf. Am Eingang steht: “Souviens-toi“ – Erinnere Dich! Hier fand am 10.06.44 ein Massaker, verübt von deutschen SS-Soldaten, statt. Es ist bedrückend durch dieses Mahnmal zu gehen mit dem Wissen, dass hier hunderte Einwohner zusammengetrieben wurden in Häuser und in der Kirche und diese dann angezündet wurden und die Menschen in den Flammen zu Tode gekommen sind.
Wir bleiben hier nur eine Nacht. Der Stellplatz ist auch nicht schön. Und dann geht auch noch die Wasserpumpe kaputt. Eine Delle an JL rechts oben in der Tür wird auch noch entdeckt. Ein Rätsel, wie diese in die Tür gekommen ist. Über diesen Tag tröstet auch die Entenbrust nicht hinweg, die es zum Abendessen gegeben hat.




Samstag, den 05.09.26
Über Limoges in Richtung Reims
Der Rückweg soll über Reims führen. Auf dem Hinweg war der Stellplatz dort ausgebucht. So auch heute, daher soll kurz vor Reims eine Nacht eingelegt werden. Doch erst muss sich um die Wasserpumpe gekümmert werden. GOOGLE sei Dank, wird eine WOMO-Werkstatt in Limoges gefunden, die tatsächlich am Samstag einen Reparaturservice anbietet. Glück im Unglück: Schnell wird uns eine neue Wasserpumpe eingebaut. Und – wo wir schon in diesem Ort sind: Samstag ist Markttag. Ein Parkplatz wird gefunden – das klappt hier in Frankreich immer gut – und der Markt auch. Ein Lichtblick sind die Köstlichkeiten, die wieder erstanden werden können. Es werden Austern gekauft. Wenigsten einmal im Frankreichurlaub soll diese Delikatesse verspeist werden. Der Preis ist unschlagbar: 12 Stück/8,20 €! Es gibt aber auch leckeren Käse, Pfifferlinge und etwas zum Frühstücken. Die Einkaufstasche ist wieder voll. Weiter geht’s. Einige Kilometer müssen heute zurückgelegt werden. Am Ende steht ein schmuckloser Stellplatz in Aube, ca. 1 Std. vor Reims. Ein kleiner Lauf zum ALDI verkürzt den Abend. Es fehlte noch Creme Fresh für das geplante Abendessen. Es gibt die Austern und Spaghetti mit Pfifferlingen in Rahmsauce. Es gibt immer leckeres Essen!
Heute wurde auch mal ausgiebig im Wohnmobil geduscht – eigentlich das erste Mal so richtig. Nachdem zwecks Reparatur viele Hände im Frischwasser waren, soll es verbraucht werden, da für den Verzehr nicht mehr richtig geeignet ist. Zum Glück waren die Wasserbeutel mit, mit denen eine Trinkwasserversorgung immer möglich war.
Sonntag, den 06.09.26
Es geht weiter nach Chouilly. Von hier soll morgen Reims besucht werden. Der Stellplatz ist sehr klein, deshalb war es auch so schwer, einen Platz zu ergattern. Er ist aber sehr gepflegt. Der Ort wirkt heute am Sonntag wie ausgestorben. Eine kurze Laufrunde in die Weinberge zeigt, dass die Trauben hier schon geerntet wurden. An einer vergessenen Traube wird genascht – sehr köstlicher süßer Wein. Auf geht es mit dem Rad nach Epernay. Der Ort, der viele Champagner Marken beherbergt, auch Möet & Chandon.


Fahrradfahren in Frankreich ist häufig etwas für Lebensmüde. Auf der Landstraße ohne Schutzstreifen und die PKW’s und LKW’s rasen mit 90 km/h vorbei. Für den Rückweg trinken wir uns mit einem Glas Champagner Mut an. In der Champagne muss wenigstens ein Glas Champagner getrunken werden. Der Ort ist sehr mondän und von den vielen Champagner-Kellereien geprägt. Zurück wird tatsächlich ein kurzer Radweg gefunden, bevor es wieder auf die Landstraße geht. Heute Abend gibt es die Bratwurst von der Ente. Leider nicht so lecker wie gedacht.
Montag, den 07.09.26 – Reims
Am Montag hat der Bäcker geschlossen. Im Vorrat haben wir zum Glück noch Wasa-Schnitten. Dann geht es mit JL nach Reims. Citynah wird ein Parkplatz gefunden. Mit den Parkplätzen hat man in Frankreich noch Glück und diese sind auch noch bezahlbar. Die Kathedrale Notre-Dame ist wirklich sehenswert.


Hier wurden die meisten französischen Könige gekrönt. Zu Fuß geht es zur Basilika Saint-Clotilde. Auch ein UNESCO Naturerbe und der Besuch lohnt sich.

Wieder zurück in der Innenstadt gibt es eine Erfrischung in einem Straßencafé. Ein Bummel durch die Einkaufsstraße und dann geht es noch zum Porte de Mars – dem größte erhaltene römische Bogen in Nordfrankreich. Der Tag in Reims war schön. Auf dem Rückweg muss eingekauft werden. Die Miesmuscheln sind sehr günstig und wandern in den Einkaufskorb. Das Abendessen wird köstlich: Miesmuscheln mit Baguette, Tomate Mozzarella und natürlich eine Flasche Wein.


Dienstag, den 08.09.26: Von Reims an den Rhein
Es wird die letzte Gelegenheit genutzt durch die Weinberge der Champagne zu joggen – also frühes Aufstehen. Heute geht es wieder nach Deutschland bis an den Rhein. Das Ziel: Die Loreley! Direkt gegenüber vom Felsen, wo sich die schöne Loreley die langen blonden Haare kämmt und die Kapitäne um den Verstand bringt, liegt der Campingplatz. Der ist schon ziemlich deutsch: Voll, nicht gerade schön, teuer und mit vielen Regeln versehen.

Zu Fuß kann die Fähre erreicht werden, um auf die andere Rheinseite zu kommen. Einfache Fahrt: 2,80 €. Viel los ist hier nicht. Keine Heerscharen von asiatischen Touristen, welche die Loreley bewundern wollen. Fast alle Restaurationen haben geschlossen. Es zieht mich auf den Berg.


Einige Höhenmeter müssen bewältigt werden und bald kommt ein „Rheinstieg Rundwanderweg“, der zum Aussichtspunkt führt. Hier können die Statue und schöne Ausblicke genossen werden. Zurück führt die Navigation auf einen Treppenabstieg. Viele Treppen, die schon besser Zeiten gesehen haben, führen direkt an den Rhein zurück – ein schneller Abstieg. Unten steht ein Hinweisschild, dass dieser Weg gesperrt ist. Der Weg endet direkt am Beginn der Landzunge, an deren Ende such eine „Loreley „steht. Wer nicht den Berg erklimmen möchte, hat hier auch die Gelegenheit für ein Foto mit der jungen Dame. Das kein Restaurant zu finden ist und auch der Imbiss schon geschlossen hat, muss auf die Vorräte zurückgegriffen werden. Doch erst Wäschewaschen.
Die Waschmaschine streikt und so bleibt die Handwäsche. Es ist mittlerweile dunkel und spät und somit bleibt auch die Küche (fast) kalt: Es gibt Spiegelei und Käsebrote.
Mittwoch, den 09.09.26 – Von der Loreley nach Leipzig
Auf nach Leipzig. Es liegen über 400 km vor uns und das Fahren auf den Bundesdeutschen Autobahnen mit den vielen Baustellen ist auch kein Vergnügen. Der gebuchte Stellplatz ist zwar keine Augenweide, aber liegt ganz zentral am Hauptbahnhof.
Eigentlich nur ein Parkplatz, aber die Betreiber geben sich Mühe. Nicht gerade günstig – mit Stadtaufschlag. Gemessen an festen Unterkünften aber doch okay. Ein erster Spaziergang wird unternommen: Leipzig gefällt. Nette und übersichtliche Altstadt mit sehr vielen Restaurants und Außengastronomie. Folgender Hinweis wird entdeckt: „Mittwochs Schnitzeltag“. Da geht’s hin. Es wird jeweils ein riesiges Schnitzel mit Bratkartoffeln bzw. Pommes verdrückt. Sehr lecker! Satt geht es zurück. Noch ein Aperol Spritz vorm Schlafengehen und schon ist der Tag vorbei.

Donnerstag, den 10.09.26: Leipzig
Leipzig ist leicht zu entdecken. Am Hauptbahnhof beginnt die Innenstadt.
Diese wird von einem Ring umschlossen, von dem das meiste Sehenswerte erreicht werden kann. Die Altbausubstanz an sich ist schon sehr schön. Dann kommt das neue Rathaus, die Thomaskirche. Hier liegen die Gebeine von Bach. Das alte Rathaus. Die Nikolaikirche: Hier starteten die Demonstrationen zum Widerstand. Außerdem gibt es viele Säulen,


Brunnen und kleine Grünanlagen. Leipzig ist schon ein Besuch wert.
Ein Friseurbesuch schließt sich an, Schuhe werden gekauft und ein schönes Kino wird auch entdeckt und besucht und anschließend mal asiatisch essen. Diese Geschmacksrichtung hatten wir schon lange nicht mehr.


Freitag, 11.09.26: Von Leipzig nach Görlitz
In Görlitz geht morgen der gemeinsame Urlaub zu Ende. Kai fährt nach Hamburg zurück und ich wandere noch eine Woche durch Polen.
Für die kommende Nacht wurde eine Pension gebucht. Das Stellplatzangebot war aus der Ferne betrachtet nicht geeignet und im Nirgendwo wollten wir auch nicht stehen. Das Nachtdomizil entspricht genau der Vorstellung einer deutschen Pension. Leicht unfreundliche Begrüßung inclusive. Die Innenstadt ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt und auf dem Weg dorthin gibt es schon die ersten Altertümer zu besichtigen – z. B. die Stadtmauer.
Der Blick über die Neiße geht schon nach Polen und eine Brücke verbindet die beiden Länder. Ohne Probleme können die Seiten gewechselt werden. Um 17.00 Uhr ist Treffpunkt an der Jugendherberge mit den Wanderkolleg*innen. Die JH liegt mitten in der Altstadt und eine sachkundige Führung von Heike schließt sich an durch die zauberhafte Stadt. Gegessen wird auf der polnischen Seite. Die Piroggen sind einfach köstlich! Noch eine kleine Nachtführung mit Görlitzer Sagen und dann geht’s in die Pension. Seit drei Wochen wird erstmals wieder im Bett geschlafen. In JL gefällt es uns besser!
Samstag, 12.09.26 Görlitz und Rückfahrt für Kai
Früh am Morgen ist es schon sehr laut in unserer Pension. Das Frühstück wird um 8.00 Uhr auf das Zimmer gebracht. Um 9.30 Uhr ist Treffpunkt an der JH. Der Abschied von den Männern (Kai + JL) kommt plötzlich – auf einmal geht es los Richtung Turmführung und unsere gemeinsame Reise und ein sehr schöner Urlaub ist zu Ende.
Wer noch mehr über das Perigord erfahren möchte, dem sei diese sehr gute 3Sat-Doku empfohlen.
Unsere Reels, die wir während der Reise schon veröffentlicht haben, findet Ihr hier.










