So, nun soll unser Jean-Luc, kurz JL genannt, auch mal das europäische Ausland kennenlernen. Einen kurzen Abstecher nach Dänemark in der Weihnachtszeit hat er schon einmal unternommen (siehe unsere Weihnachtsmarkttour). Nun geht es aber mit der Finnlines, unserer favorisierten Fährverbindung, von Travemünde über die Ostsee nach Malmö. Eine neue Erfahrung für ihn.
Noch einmal nach Öland? Das dritte Mal? Ja! Unbedingt, denn wir haben dort so viele schöne Wohnmobilstellplätze gesehen und im letzten Jahr nicht geglaubt, dass wir uns so schnell in ein Wohnmobil verlieben und es gleich kaufen werden. Außerdem gibt es Verwandtschaft in Kalmar und das ist auch eine Reise wert.
Mittwoch, den 13.05.2026: Anreise nach Travemünde
Mit einem mobilen Bett – so denken wir uns – können wir schon ganz entspannt am Abend nach Travemünde fahren auf unseren Lieblingsstellplatz. Dann sind wir schon mal vor Ort und haben am Donnerstagmorgen einen kurzen und entspannten Weg zur Fähre. Um 9.00 Uhr schließt dort nämlich schon der Check In und von Hamburg aus musste immer sehr früh gestartet werden.
Gesagt, getan und so sind wir um kurz vor 20.00 Uhr dort. Jetzt schnell in die „L‘Osteria“ zum Pizzaessen. Die Restaurantkette wurde vor kurzem entdeckt und schon haben wir uns in deren Bonusprogramm eine Gratis-Pizza verdient. Die Pizzen sind dort riesig groß und der ansehnliche Rest wird dort liebevoll verpackt. Eine Tradition von uns ist nämlich, kalte Pizza auf die Fähre als Imbiss mitzunehmen. Sonst kam diese am Vorabend von Dominos.


Ganz entspannt geht es in unser gemütliches WOMO-Bett und der Wecker wird auf 7.00 Uhr gestellt. Wie schön 😊.
Donnerstag, den 14.05.2026: Mit der Finnlines von Travemünde nach Malmö
Die Wetterapp hatte uns auf einen regnerischen Tag vorbereitet. Doch was wird durch die Dachluke über dem Bett erblickt: Blauer Himmel! Wie schön. Bisher war das Wetter immer fantastisch auf der Überfahrt. Tatsächlich hält sich der Sonnenschein und der blaue Himmel. Man kann die ganze Zeit draußen sitzen und die Seeluft genießen. Über dem Land scheint es tatsächlich zu regnen, aber nicht auf See. Nach einer entspannten Überfahrt mit dem einen oder andern Nickerchen, viel Lesen, Hörbuch hören und Netflixen und einer kleinen Shoppingtour kommt Malmö näher. Wenn die Brücke erstmal gesichtet wird – immer wieder ein Highlight – wächst jedoch die Unruhe. Langsam wird das Ziel ersehnt.





Endlich angekommen geht es zum vorgebuchten First Camp – Platz. Dort wird übernachtet. Nur noch schnell etwas essen und dann ab in die Koje.
Freitag, den 15.05.2026: Von Malmö nach Byxelkrok
Gefrühstückt wird unterwegs auf einem sehr schönen Rastplatz.

Hier dürfte auch übernachtet werden. Schon mal für das nächste Mal vormerken. Weiter geht’s und am Nachmittag sind wir auf Öland und auf dem Stellplatz in Byxelkrok – im Norden der Insel. Dort war in den vergangenen zwei Jahren unser Ferienhaus. Der Stellplatz hier hat aber etwas: Direkt an dem kleinen Hafen gelegen mit einer schönen Atmosphäre. Auch wenn er geschottert ist, gefällt er. Es regnet in Strömen. Sehenden Auges sind wir in das schlechte Wetter gefahren. Für Malmö und Umgebung war es deutlich besser angesagt. Aber was soll’s. Mit Regen können „alte“ Camper umgehen. Es ist bei dem Wetter aber wirklich trostlos. Das gute an dem Platz: Es können die sanitären Einrichtungen vom Yachthafen mitgenutzt werden.
In den Vorjahren haben wir es nie geschafft, den einzigen Imbiss vor Ort zu besuchen, da seine Öffnungszeiten nicht zu unseren Essensgewohnheiten passten. Doch heute hat er tatsächlich bis 20.00 Uhr geöffnet! Warum auch immer bei diesem Wetter. Die Chance wird genutzt und es werden Hamburger mit Pommes geordert. Tatsächlich ist das Essen lecker und der Imbiss zu empfehlen. Das Gute bei dem Wetter: Es kann ohne schlechtes Gewissen nach ein paar Runden Kartenspiel ins Bett gegangen werden.
Samstag, den 16.05.2026: Byxelkrok und eine Fahrradtour
Wer sagt es denn: Die Sonne lacht! Und es ist hier viel los – für schwedische Verhältnisse. Nach einem schönen Frühstück vor JL geht es zu einem kleinen Bummel durch die eine Hafengasse, die es hier gibt. Alle Geschäfte haben geöffnet. Eine neue Erfahrung – das wurde bisher scheinbar versäumt. Kurz vor unsere Fahrradtour, die in Angriff genommen werden soll, gibt es noch ein leckeres Krabbenbrot. Das muss mal sein.





So, los geht es mit dem Rad. Auch eine neue Erfahrung. Räder waren bisher nicht dabei. Auf zum Leuchtturm im hohen Norden und dann zum Eingang von Trollskogen Nationalpark und zurück. 30 km durch herrliche Natur auf schönen Radwegen. Mit dem Rad kann die schöne Landschaft noch intensiver genossen werden. Es bleibt aber trotz der Sonne kalt. Ein eisiger Wind fegt über die Ostsee.
Heute gibt es noch weitere Programmpunkte, die erfüllt werden sollen: Ein Happy Hour Bier am Hafen und Kroppkakor essen. Die Kroppkakor wurden im letzten Jahr entdeckt. Überall wiesen Hinweisschilder auf diese ölandische Spezialität hin und was soll man sich darunter vorstellen? Körperkuchen? Der Selbstversuch hatte ergeben, dass sich dahinter leckere Kartoffelklöße mit Fleischfüllung verbergen. Serviert mit Sahnesoße, Preiselbeeren und Butter. Diese Köstlichkeit sollte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Und dann ist da noch der ESC. Den schauen wir schon seit Jahren immer im Urlaub und häufig in Schweden. Zum Beginn um 21.00 Uhr dürfen die Käsewürfel nicht fehlen. Deutschland hat am Ende den 23, Platz belegt und Bulgarien hat gewonnen. Nur so als Info zum Schluss.
Sonntag, den 17.05.2026: Von Byxelkrok nach Källahamn – 30 km in Richtung Süden
Nun muss aber mal gejoggt werden. Also früh aufstehen trotz der kurzen ESC-Nacht. Hier gibt es eine sehr schöne Runde, die durch ein kleines Naturschutzgebiet führt und am Airport vorbei.
Die muss noch gelaufen werden, bevor die Reise zum nächsten Stellplatz führt: Källahamn. Ein sehr schöner privater Platz mit tollem Rasen (Achtung: Barzahlung, auch in € möglich). Viel zu schade eigentlich für Wohnmobile.




Wäre auch zum Zelten großartig. Gleich in der Nähe ist ein kleiner Hafen, der aber scheinbar nur noch von Anglern genutzt wird. Die Gegend wird wieder mit dem Fahrrad entdeckt. Große Teile werden auf dem Ölandsleden zurückgelegt. Er führt durch schöne Natur, ist zum größten Teil gut asphaltiert und sehr einsam ohne Verkehr. Nur Hin- und wieder wird eine Straße überquert und nur selten muss an Landstraßen gefahren werden. Für Radwanderer ist die Insel ideal. Und – es geht kaum bergauf 😊. Endlich kann auch gegrillt werden. Vor JL zu sitzen unter der Markise im Sonnenschein und dann noch grillen – das war ein lang gehegter Wunsch. Bisher haben die Jahreszeiten nicht mitgespielt, aber heute geht der Wunsch in Erfüllung. Schnell wird es jedoch wieder kalt und der Abend klingt doch im Inneren von JL aus.
Montag, den 18.05.2026: Kallahamn
Heute mal ausschlafen. Dann ein Frühstück im Sonnenschein. Die Vögel zwitschern und sonst ist es ruhig und besinnlich. Die Zeit wird genutzt um allerlei rund um JL zu entdecken, zu dem oft die Zeit fehlte oder die richtige Außenumgebung.



Faulenzen ist auch mal schön. Die Gegend soll aber auch weiter inspiziert werden. Gibt es auf Komoot eine schöne Laufrunde? Nein, aber eine Wanderung – die kann doch bestimmt auch gelaufen werden. Also los! Erst ist es ein schöner breiter Feldweg – naturbelassen oder asphaltiert. Natürlich führt er durch Felder, an Mühlen vorbei bis an die Ostsee. Hier beginnt ein Naturschutzgebiet und der Weg wird zum unebenen Trampelpfad. Ab hier also doch lieber wandern. Der Weg schlängelt sich bei schönstem Sonnenschein an der Küste entlang, bis sich der Kreis schließt und der Stellplatz wieder in Sicht kommt. Das waren schöne zwei Stunden in der Natur.
Der örtliche ICA muss für das Abendbrot noch mal mit dem Fahrrad besucht werden. Irgendetwas fehlt doch immer. Also noch mal 2 km radeln bis zum Laden und schnell Mayonnaise für den Nudelsalat gekauft. Es kann wieder gegrillt werden, bevor es kalt wird.
Dienstag, den 19.05.2026: In Kalmar auf Familienbesuch
Weiter geht’s. Wir sind in Kalmar zum Familienbesuch eingeladen. Vorher muss ein riesiger Abwasch bewältigt und alles wieder an seinen Platz geräumt werden. Vor 12.00 Uhr kommen wir nicht los. Etwas Zeit bleibt in Kalmar noch zum Bummeln, bevor es zum Kaffeetrinken geht. Es wird ein schöner Nachmittag und Abend im Familienkreis.

Das schöne: JL steht dort auf der Einfahrt zur Übernachtung bereit. So klingt der Abend entspannt aus und auch ein Gläschen Wein kann genossen werden.
Mittwoch, den 20.05.2026: Von Kalmar nach Ysad
Auf die Insel wollen wir nicht zurückfahren. Es soll schon in Richtung Malmö gehen, denn am Freitag soll über die Brücke in Richtung Dänemark gefahren werden. Reisetipps werden eingeholt und die Gegend um Ystad wird empfohlen. Nach einer Picknickpause in Karlskrona landen wir in Sin der Nähe von Gislövshammar auf einer Wiese, die der Bauer scheinbar geschäftstüchtig zu einem Stellplatz umgewandelt hat. € 20,00 kostet hier die Übernachtung mit Dixiklo, Strom und Entsorgung.


Leider wurde das Wetter in Richtung Süden schlechter bis hin zu ein paar Tropfen Regen. Beim Aussteigen ist es richtig kalt und bewölkt. Dennoch geht es mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour und es kommt tatsächlich noch die Sonne raus. Strand ist nicht in Sicht, aber eine interessante steinige Küste. Zu früheren Zeiten wurden hier Mühlsteine aus der felsigen Küste herausgeschlagen. Die Spuren sind noch zu erkennen. Der Wasserstand ist niedrig, und so kann auf den Steinen noch ein bisschen spaziert werden. Der kleine Ort ist recht beschaulich mit einem kleinen Hafen.
So, wollen wir draußen oder drinnen essen? Natürlich draußen! Wie soll es anders sein – es fängt dann doch an zu regnen, doch das Abendessen ist zum Glück beendet und alles kann wieder eingeräumt werden. Mittlerweile ist es dunkel, der Regen hat aber nicht nachgelassen. Hoffentlich scheint morgen wieder die Sonne.
Donnerstag, den 21.05.2026: Kåseberga
Die Sonne lacht wieder. Mit dem Wetter haben wir Glück. Überhaupt ist der Mai ein schöner Reisemonat für Südschweden. Alles blüht und insbesondere der Flieder ist hier weit verbreitet und eine Augenweide. Es geht nur wenige Kilometer weiter in Richtung Ystad. Die Besichtigung von „Ales Stenar“ wurde uns empfohlen. Diese Steinformation befindet sich in Hammars Backar bei Kåsebergaåsen. Hier gibt es direkt einen schönen Stellplatz mit allen notwendigen Einrichtungen auch für 20,00 €.



Es ist nur ein kurzer Weg zum kleinen Hafen und zu den Steinen von Ales Stenar. Es handelt sich um die größte erhaltene Schiffssetzung. Das Monument aus 59 aufrechten Steinen soll 5ca. 3.500 Jahre alt sein und liegt auf einer hohen Klippe. Hier können nicht nur die Steine aus der Wikingerzeit bewundert werden, sondern auch Paraglider, die die Klippe für ihr Hobby nutzen. Der kleine Hafen ist auch sehenswert. Was hier wohl zur Saison los ist. Die Größe der Restaurants lässt auf viele Besucher schließen. Wir begnügen uns mit einem leckeren Eis.
Freitag, den 22.05.2026: Schweden ade – Hallo Dänemark bis zum 26.05.26
Über die Öresundbrücke geht es nach Dänemark zum jährlichen Pfingsttreffen mit Freunden. Eine jahrzehntealte Tradition. Das Ziel ist die Halbinsel Als und der Campingplatz beim Leuchtturm Augustenborg. Hier bleiben wir die Tage. Was für ein Wetter in diesem Jahr! Nur Sonne, angenehme Temperaturen – so kann das Pfingstfest genossen werden. Jedes Wetter gab es hier in den vergangenen Jahren. Es wird gefaulenzt, sich unterhalten, hingebungsvoll gegrillt und in der Ostsee gebadet. Rundum gelungenen Tage, die unsren Kurzurlaub abschließen.